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Der Musikstil Jazz erlebte seine Geburtsstunde um das Jahr 1900 in den USA und hat sich seitdem in zahlreichen Facetten und Ausprägungen kontinuierlich weiter entwickelt. Jazz gilt als die anspruchsvollste Variante der U-Musik und wird von einigen Musikwissenschaftlern sogar als das amerikanische Pendant zur europäischen Klassik angesehen. Wie auch der Blues und der Soul ist der Jazz in der afroamerikanischen Kultur verwurzelt, baut jedoch auf einem europäischen Tonsystem und einer westlichen Melodik und Rhythmik auf. Zur traditionellen Jazzbandbesetzung gehören Blasinstrumente (Trompete, Saxofon, Posaune), Gitarre, Klavier, Kontrabass, große und kleine Trommel und Becken. Beim Musizieren orientieren sich die Jazzmusiker meistens an der groben Songstruktur bekannter Standards und bereichern diese mit locker abgestimmten Improvisationen. So können Jazz-Stücke eine Länge von acht bis zehn Minuten erreichen und dabei mal betont langsam, mal rasant interpretiert oder spielerisch umstrukturiert werden. Individualität wird beim Jazz groß geschrieben: Jeder Musiker kommt in einem Solo zum Zuge und hat damit die Möglichkeit, dem Song eigenen Charakter zu verleihen. Dem Jazz ist zudem ein typischer Swing eigen, der bei den Zuschauern zum Mitschnipsen verführt. Diesen Swing-Rhythmus übernehmen in der Regel der Bass und das Schlagzeug. Jazz lässt sich am besten live genießen, da die Faszination des Jazz aus der freien, spontanen Improvisation rührt. Innerhalb des Jazz haben sich im Laufe des 20. Jahrhunderts etliche prominente Stilrichtungen herauskristallisiert – zum Beispiel der marschbetonte, süffige Dixie aus New Orleans, der schwüle Latin Jazz oder der lässig-ruhige Cool Jazz. |