Die Sicherung besonders wichtiger
Daten sollte zweifellos zur regelmäßigen Prozedur
aller PC-Anwender gehören. Dabei nimmt die Notwendigkeit
zweifelsohne mit der Bedeutung der zu sichernden Inhalte
stark zu. Während ein erlittener Datenverlust für
den privaten Anwender im schlimmsten Fall eine unerfreuliche
Zerstörung persönlicher Fotos und Erinnerungen
bedeutet, führt dieser bei Selbstständigen oder
Unternehmen zumeist hohe finanzielle Verluste nach sich,
die sich sogar bis zur Existenzgefährdung ausweiten
können.
Ein Datenverlust z.B. auf einer
Festplatte kann dabei einerseits durch einen Hardwarefehler
auf Grund mechanischer oder thermischer Einwirkungen entstehen
(Erschütterung, Feuer, Wasser, Schmutz, altersbedingter
Ausfall), andererseits aber auch durch einen softwarebedingten
Zuordnungs- oder Bedienfehler, beispielweise dem unabsichtlichen
Löschen einer Datei. Sogar eine plötzliche Stromunterbrechung
während der Datenträgerbeschreibung (Festplatte,
USB-Speichermedium, Speicherkarte etc.) kann die Zerstörung
der betreffenden Datei zur Folge haben. Spätestens
wenn der möglichst zu vermeidende Fall der Fälle
eintritt, wird die Datenrettung bzw. die Datenwiederherstellung
von Bedeutung. Das Prozedere bei einem Hardwarefehler unterscheidet
sich dabei wesentlich von der Vorgehensweise bei Auftreten
eines Softwarefehlers bzw. logischen Fehlers auf dem Datenträger.
Als Datenrettung bezeichnet man zunächst grundsätzlich
den Vorgang, durch den die verlorenen oder beschädigten
Dateien auf dem Datenträger wieder hergestellt und
lesbar gemacht werden. Im Falle eines physikalisch-thermischen
Hardwareschadens ist eine Wiederherstellung und Rettung
der betroffenen Dateien in den aller meisten Fällen
nur noch durch eine professionelle Datenrettungsfirma zu
erlangen. Hierbei wird der beschädigte Datenträger
unter Laborbedingungen von Fachleuten zunächst einmal
in seine einzelnen Bestandteile zerlegt. Die empfindlichen
elektronischen Bauteile, die darüber hinaus bereits
einen mechanischen Schaden erlitten haben und dadurch noch
anfälliger sind, erfordern einen staubfreien Reinraum,
um einen weiteren Datenverlust möglichst ausschließen
zu können. Bei einer Festplatte werden beispielsweise
die einzelnen Scheiben, die als Träger für die
Magnetschicht dienen, ausgebaut, und in eine spezielle Vorrichtung
zum Lesen und Speichern der Daten im Labor wieder eingebaut.
Auf diese Weise lassen sich je nach Zerstörungsgrad
des Datenträgers in mehr als 90% der Fälle die
beschädigten Dateien wieder herstellen. Den Datenrettungsspezialisten
gelingen sogar zum Teil Rekonstruktionen von sehr stark
verbrannten Festplatten. Der technisch sehr aufwendige und
zeitintensive Einsatz einer Datenrettungsfirma ist in der
Regel mit entsprechend hohen Kosten verbunden, wobei diese
en detail von der Art des Datenträgers und der Schwere
des Schadens abhängen. Wenn das beschädigte Speichermedium
zur Datenrettung im Reinraum einer Labors geöffnet
werden muss, so können Kosten von mehr als 1500 €
entstehen. Auch bei einer nicht so großen Beschädigung
liegen die Preise regelmäßig nicht unter 500
€. Der hohe Kostenfaktor hat unweigerlich zur Folge,
dass diese Dienste nur für sehr wichtige Daten vorwiegend
von gewerblichen Kunden in Anspruch genommen werden. Ein
privater Anwender überlegt es sich im Zweifel mehrfach,
ob die Wiederherstellung von Urlaubserinnerungen diesen
Kostenaufwand wert ist. Ein möglicher Einwand, wonach
die Wahrscheinlichkeit eines Feuer- oder Wasserschadens
im PC oder zuhause sehr gering ist, lässt sich sehr
leicht mit der Tatsache entkräftigen, dass die meisten
mechanischen Schäden an den Datenträgern durch
altersbedingte Ermüdungserscheinigungen
hervorgerufen werden. Dies bekräftigt umso mehr den
Tenor, dass auch der kleine private PC-Anwender
von seinen persönlichen Daten regelmäßig
eine Sicherungskopie anlegen sollte um vor möglichen
Hardwarefehlern und dem folgenden Datenverlust gefeit zu
sein.
Viel häufiger als die Hardwareschäden
an einer Festplatte treten im Anwender-Alltag Zuordnungsfehler
der Daten auf. Diese Fehler entstehen, wenn der Computer
während eines Schreib- bzw. Speichervorganges abstürzt,
wobei solche Abstürze nicht selten unter anderem durch
einen Stromausfall verursacht werden. Weitere Probleme können
durch einen Bedienungsfehler des PCs entstehen. Dateiverluste
durch ein versehentliches Löschen oder nach der Formatierung
einer Festplattenpartition stellen ebenso Herausforderungen
an eine Datenrettung. Eine der einfachsten Möglichkeiten
ungewolltes oder versehentliches Löschen einer Datei
wieder Rückgängig zu machen bietet die Wiederherstellungsfunktion
des Papierkorbes des Betriebssystems, sofern diese darin
noch nicht gelöscht wurde. Komplizierter und allein
mit Hilfe des Betriebssystems in der Regel nicht mehr lösbar,
stellt sich der Sachverhalt dar, wenn die Dateien endgültig
gelöscht oder durch Computerviren oder Computerwürmer
beschädigt wurden. Auch nach einer falschen Formatierung
scheinen die Daten auf den ersten Blick endgültig verloren.
Dies ist jedoch mitnichten der Fall. Beim Löschen oder
bei einer Formatierung der Festplatte werden die Dateien
entgegen der gewöhnlichen Annahme nicht von der Festplatte
vollständig entfernt. Lediglich die Dateizuordnungstabelle
des Betriebssystems wird verändert bzw. gelöscht.
Das System geht also nach dem Löschen bzw. Formatieren
davon aus, dass sich keine Daten mehr in dem betroffenen
Festplattensektor befinden, obwohl diese de facto doch noch
vorhanden sind. Durch das Löschen der Dateizuordnungstabelle
wird lediglich die Voraussetzung geschaffen, dass das System
die betreffenden Festplattenabschnitte mit neuen Daten überschreiben
kann. Diesen Umstand, dass die gelöschten oder Formatierten
Dateien eigtl. nicht wirklich gelöscht worden sind,
nutzt eine Datenrettungssoftware aus.
Neben diversen kommerziellen und nicht
immer günstigen Programmen, werden viele Datenrettungs-Tools
im Internet zum kostenlosen Download angeboten.
Das Tool Unstoppable Copier von Roadkill
eignet sich zur Wiederherstellung von zerkratzten CDs und
beschädigten Festplatten. Während ein Kopiervorgang
bei einem Fehler normalerweise abgebrochen wird, führt
das Programm diesen bis zum Ende durch und versucht zerstörte
Dateien wiederherzustellen; gelingt dies nicht, wird ein
Platzhalter gesetzt.
Ebenfalls von Roadkill stammt Roadkil´s
Undelete . Dieses Programm dient dazu, gelöschte
Dateien auf FAT- und NTFS-Datenträgern wieder herzustellen.
Im Gegensatz zum ersten Tool von Roadkill ist
es nur in einer englischen Sprachausgabe erhältlich.
Um verlorene Scandisk Dateien zu erkennen und sie automatisch
umzubenennen, eignet sich UnCHK
.
Test
Disk kommt einher mit Photo
Rec, . Dabei sucht Test Disk nach
verlorenen Partitionen einer Festplatte und kann diese auf
Wunsch wieder herstellen. Photo Rec ist Teil
des Rettungsbundles und ermöglich u.a. Daten von einer
Digitalkamera mit wenigen Handgriffen zu retten.
Ansprechend und intuitiv bedienbar erscheint Restoration
von Brian
Kato, . Dieses kleine Tool hilft ebenfalls dabei,
aus dem Papierkorb des Betriebssystems endgültig
gelöschte Dateien mit einem Knopfdruck wie von Zauberhand
wiederherzustellen.
Auch Avira, bekannt durch den weit verbreiteten,
kostenlosen Virenscanner AniVir, stellt mit dem Avira
UnErase Personal für den privaten nicht-kommerziellen
Einsatz ein Rettungstool kostenlos zum Download
unter http://www.free-av.de/ zur Verfügung. Neben irrtümlich
gelöschten, können auch durch einen Virenbefall
beschädigte Daten durch Avira UnErase Personal
zum leben erweckt werden.
Ein sehr interessantes, vielseitiges und dennoch ebenfalls
kostenloses Datenrettungsprogramm ist der PC
INSPECTOR File Recovery 4.x . Das Programm stellt
Dateien mit der originalen Uhrzeit und Datum wieder her.
Besonders hervorzuheben im Vergleich zu den anderen kostenlosen
Produkten, ist die Fähigkeit des Programms sogar Dateien
zu rekonstruieren, bei denen kein Verweis aus einem Verzeichnis
mehr vorhanden ist. Es unterstützt 25 Dateiformate,
darunter exemplarisch so bedeutende wie .doc, .exe, .htm,
.html, .mp3, und .pdf.
Bevor mit der Datenrettung begonnen werden kann, muss das
ausgewählte Programm natürlich installiert werden.
Dabei ist es wichtig zu beachten, dass das Wiederherstellungstool
keineswegs auf der selben Partition der Festplatte installiert
werden sollte, wo sich die beschädigten oder gelöschten
Daten befinden. Ansonsten besteht die Gefahr mit der Installation,
die Daten, die wiederhergestellt werden sollen, zufällig
zu überschreiben.
Ferner ist daran zu denken, sich eine bootfähige Betriebssystem-CD
vorbeugend für den Fall, dass der Rechner nach einer
Dateibeschädigung nicht mehr startet, zu erstellen.
Knopix
erzeugt ein von CD lauffähiges Linuxsystem, der Barts
PE Builder schafft eine bootfähige Windows
CD/DVD.
Mit dieser Ausrüstung zur Hand,
lassen sich viele Datenprobleme zügig und erfolgreich
beheben. Nichtsdestotrotz sollte es im Idealfall gar nicht
erst so weit kommen, dass das Bestehen einer Hausarbeit,
einer Promotion oder eine wichtige Kundenkartei von einem
Datenrettungsprogramm abhängt. Nur mit einer konsequenten
und gleichmäßigen Datensicherung, lassen sich
auch zukünftig böse Überraschungen vermeiden.
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