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Jedem Kind ein Instrument
 
 
 
 
 


:: Jedem Kind ein Instrument::


So heißt das ambitionierte Projekt der Kulturstiftung des Bundes, welches ab 2007 mehr als 200.000 Grundschulkindern im Ruhrgebiet die Möglichkeit bietet, quasi kostenlos ein Instrument ihrer Wahl zu erlernen.
Hier erfahren Sie, wie genau das Projekt in die Tat umgesetzt werden soll, wer es finanziert und weshalb die Bundesregierung ein Interesse an musizierenden Kindern hat.

Das Projekt im Detail

1. Die Kosten

Schon bei der Einschulung werden die Eltern über die Gelegenheit informiert, ihren Sprösslingen in der Grundschulzeit eine zusätzliche musische Ausbildung zu ermöglichen. Sie entscheiden, ob ihr Kind am Projekt "Jedem Kind ein Instrument" teilnehmen soll. Um dies auch bei knapperem Familienbudget zu ermöglichen, werden die Kosten so gering wie möglich gehalten: Im ersten Jahr kostet der Instrumentalunterricht maximal 10 Euro, im zweiten Jahr maximal 20 und im dritten und vierten Jahr höchstens 35 Euro pro Monat. Für Kinder von ALG-II- und Sozialhilfe-Empfängern ist der Unterricht sogar vollkommen kostenlos. Außerdem stellt die Zukunftsstiftung Bildung Stipendien zur Verfügung, die auf Empfehlung der Schulleitung an begabte Kinder vergeben werden.
Natürlich kann qualifizierter Musikunterricht nicht mit 10 Euro pro Monat und Schüler finanziert werden. Deshalb unterstützen die Kulturstiftung des Bundes, das Bundesland Nordrhein-Westfalen und diverse private Förderer das Projekt mit weit über 30 Millionen Euro!


2. Die Lerninhalte

Im ersten Schuljahr werden die Kinder spielerisch an die Musik herangeführt. Sie lernen zunächst die verschiedenen Instrumente kennen, die sie später erlernen können. Nicht nur die gängigen Musikschulklassiker Geige, Gitarre und Querflöte sind im Angebot, sondern auch Exoten wie Mandoline, Posaune oder Horn. Es geht vor allem darum, das Interesse der Kinder zu wecken, eines der vorgestellten Instrumente zu erlernen. Hierfür kommen Musikschullehrer in die Schulen und unterrichten gemeinsam mit den Grundschullehrern. So werden Ressourcen und Kompetenzen von Musik- und Grundschulen optimal genutzt.

In der zweiten Klasse beginnt der Instrumentalunterricht. Jeder Schüler darf nun zwei Lieblingsinstrumente angeben und eines, das er auf keinen Fall spielen möchte. Die Vergabe der Instrumente richtet sich selbstverständlich nach den Wünschen der Kinder, sie sollen ja Spaß an ihrem Instrument haben. Dieses erhalten sie zwar zunächst nur als Leihgabe, es kann (und soll) aber zum Üben mit nach Hause genommen werden. Um später einen preisgünstigen Erwerb des Instruments zu ermöglichen, werden momentan Mietkauf- und Patenschaftsmodelle entwickelt.
Unterrichtet wird in kleinen Gruppen von 4-6 Musikschülern. Damit die Kinder schon während des Unterrichts das besondere Erlebnis des gemeinsamen Musizierens genießen können, erhalten Streicher ihren Unterricht zusammen. Auch Holz- und Blechbläser bilden Unterrichtsgruppen.

Ab dem dritten Schuljahr wird der Instrumentalunterricht durch das Ensemblespiel im Kinderorchester ergänzt. Einmal pro Woche wird unter Anleitung eines erfahrenen Musikschullehrers das Zusammenspiel als Schulorchester geübt. Hierbei geht es nicht nur um die musikalische Erfahrung, sondern auch um die Förderung sozialer Kompetenzen durch das Verfolgen eines gemeinsamen Ziels.
Den Höhepunkt eines jeden Schuljahres bildet ein großes Abschlusskonzert, welches in der Philharmonie oder dem Konzerthaus stattfindet. Das Lampenfieber vor dem Auftritt und das Gefühl, sich den Applaus über einen langen Zeitraum erarbeitet zu haben, gehören eben auch zum Erlernen eines Instruments!

Über das geschilderte Projekt hinaus, soll ein Begabtenförderprogramm entwickelt werden. Ein Beispiel hierfür ist das "Kinderorchester Ruhr", in dem seit Herbst 2006 besonders begabte Kinder zwischen sieben und vierzehn Jahren aus dem gesamten Ruhrgebiet spielen.


3. Der Hintergrund des Projekts

Längst gilt die Bedeutung der musikalischen Bildung für die Entwicklung Heranwachsender als wissenschaftlich belegt. Dies zeigte auch die so genannte Bastian-Studie, die an Berliner Grundschulen durchgeführt wurde. Die aktive Beschäftigung mit Musik hatte einen positiven Einfluss auf die psychischen, geistigen und sozialen Fähigkeiten aller untersuchten Schulkinder. Zudem sind Menschen, die in ihrer Jugend ein Instrument erlernt haben, als Erwachsene kreativer und dadurch im Beruf oft erfolgreicher.

Doch eine frühe musikalische Förderung von Kindern aller sozialen Schichten ist nur schwierig zu bewerkstelligen. Das in Bochum entwickelte Projekt "Jedem Kind ein Instrument" beschreitet hier einen völlig neuen und einzigartigen Weg, Kinder über soziale Grenzen hinweg für Kultur zu begeistern.

Da die Stadt Essen und das Ruhrgebiet (zusammen mit der ungarischen Universitätsstadt Pécs und Istanbul) im Jahre 2010 Kulturhauptstadt Europas sein wird, hat sich die Kulturstiftung des Bundes bewusst für ein musisches Förderprogramm für den Nachwuchs entschieden. Das Projekt soll neue Impulse für die kulturelle Bildung und Erziehung in ganz Europa liefern. Denn nicht nur in Deutschland benötigt die musisch-künstlerische Förderung der Kinder, erhöhte Aufmerksamkeit. Europaweit ist die Bedeutung von Musik und Kunst in den Lehrplänen im Vergleich zu den Naturwissenschaften stark in den Hintergrund getreten.

Doch Musik ist mehr als eine "nette Dreingabe" zur Erziehung. Sie ist eine universal verständliche Sprache, deren Beherrschung gerade in einer zukünftig noch viel stärker globalisierten Welt nur von Vorteil sein kann. Gerade die Länder der Europäischen Union, fühlen sich durch eine gemeinsame Kultur einander zugehörig. "Jedem Kind ein Instrument" trägt auf beispielhaft innovative Weise zur Pflege des kulturellen Erbes bei. Ein weithin sichtbares – oder besser "hörbares" Zeichen wird das große Konzert aller geförderten Grundschulkinder setzen, welches für das Kulturstadtjahr 2010 geplant ist.


4. Wie soll es weitergehen?

Das Projekt soll mit dem Schuljahr 2010/2011 jedoch keineswegs beendet werden. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat eine weitere Förderung der Initiative bereits zugesagt. Später soll das Projekt auf das ganze Land ausgeweitet werden. Eine bundesweite Nachahmung ist aber bisher noch eine Wunschvorstellung. Damit dies gewährleistet werden kann, sind umfangreiche finanzielle Mittel notwendig.

Wer das Projekt "Jedem Kind ein Instrument" unterstützen möchte, hat folgende Möglichkeiten: 1) Die Übernahme einer Patenschaft für eines oder mehrere Kinder, oder gar einer ganzen Grundschulklasse. Sehr hilfreich ist jedoch auch 2) die Übernahme der Anschaffungskosten für eines oder mehrere Instrumente. 3) kann das Projekt natürlich auch ganz allgemein mit Spenden unterstützt werden.

Ob Eltern oder potentielle Spender - alle Interessenten können sich mit Fragen an das Projektbüro wenden.

Die Kontaktadresse lautet:

Projektbüro Bochum

Projektleiter:
Manfred Grunenberg
Willy-Brandt-Platz 1-3
44787 Bochum
Telefon: 0234 54 17 47 0
info(at)jedemkind.de

Auch die Homepage der Kulturstiftung des Bundes steht für nähere Informationen zur Verfügung: http://www.kulturstiftung-des-bundes.de
Hier gibt es neben Teilnahmeanträgen auch erste Fotos.



   
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