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Die digitale
Revolution hat unseren modernen Alltag komplett durchdrungen.
Das Internet ist Informationsquelle und Marktplatz zugleich.
Die Möglichkeit, komplette Musikalben und Discographien
in Form von "handlichen" Dateien mit geringem
Speicherbedarf im Internet anbieten und herunterladen zu
können, hat auch unsere Gewohnheiten Musik zu hören,
grundlegend verändert.
Der
Siegeszug der Dateien hält noch immer unvermindert
an. Die wachsenden Verkaufszahlen der Online-Musikanbieter
wie zum Beispiel dem iTunes-Musicstore oder dem Portal Musicload
belegen dies.
Alles
über Mp 3 wissen zu müssen, ist dabei fast unnötig,
denn was sich technisch hinter dieser Bezeichnung verbirgt
ist für den täglichen Gebrauch mit Mp3-Playern
und Handys unnötig, es funktioniert einfach und unkompliziert.
Dennoch ist die Geschichte und die Technik, die Mp3-Dateien
zu einem Welterfolg werden ließen sehr interessant.
Die
Schöpfer des Mp3-Formates kommen aus Deutschland. Eine
Forschergruppe um Karlheinz Brandenburg am Fraunhofer-Institut
für Integrierte Schaltungen in Erlangen sowie an der
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
entwickelten ab 1982 das Mp3-Format. Seinen endgültigen
Namen ".mp3" als Abkürzung für ISO MPEG
Audio Layer 3 erhielt es allerdings erst am 14. Juli 1995
nach einer institutsinternen Umfrage. Seither ist dieses
Format aus unserem musikalischen Alltag nicht mehr weg zu
denken.
Doch
wie funktioniert Mp3? Normale Audio-Cd´s auf den heimischen
PC zu importieren macht wenig Sinn, da in diesen Fällen
auch die größte Festplatt schnell an ihre Grenzen
stößt. Das heißt, die Informationen einer
CD müssen komprimiert werden, damit z.B. der Download
aus dem Internet überhaupt in einer adäquaten
Zeit funktionieren kann und die Speicherung nicht die knappen
Speicherkapazitäten verschwendet.
Dies
alles leistet das Mp3-Format. Es nutzt bei der Komprimierung
so genannte psychoakustische Effekte in der menschlichen
Wahrnehmung aus. Das menschliche Gehirn kann zwei Töne
erst dann als getrennte Töne wahrnehmen wenn ein bestimmter
Mindestunterschied der Tonhöhen, also der Frequenz,
erreicht ist. Ein weiteres Phänomen, das sich Mp3-Kodierer
bei er Umwandlung von Audiodateien zu Nutze machen, ist
die Tatsache, dass das menschliche Gehör kaum oder
gar nicht in der Lage ist nach extrem lauten Tonsignalen
leisere Geräusche wahrzunehmen. Das ursprüngliche
Audiosignal muss in seinem Detailreichtum also nicht eins
zu eins abgespeichert werden. Die Aufgabe des Mp3-Kodierers
ist es also, das Signal so aufzuarbeiten, dass es weniger
Speicherplatz benötigt, aber für das menschliche
Gehör noch genauso klingt wie das Original. Die Informationen,
die das menschliche Ohr nicht in ihrer Detailtiefe wahrnimmt,
so genannte Redundanzen, werden schlicht und ergreifend
herausgerechnet oder zusammengefasst. Der Mp3-Decoder erzeugt
aus diesem Mp3-File dann, ein für die überwiegende
Anzahl von Hörern original klingendes Signal, das aber
nicht mit dem Ursprungssignal identisch ist, da bei der
Umwandlung von Audiodateien in MP3-Dateien Informationen
entfernt wurden.
Während
das Dekodieren, also das Abspielen von Musik im Mp3-Format
nach einem festgelegten Algorithmus abläuft, bieten
sich bei der Komprimierung verschiedene Optionen (z. B.
Fraunhofer-Encoder, LAME-Encoder). Dementsprechend erhält
man unterschiedliche akustische Ergebnisse. In welchem Umfang
die Verluste bei der Komprimierung später hörbar
sind, hängt zum einen von der Qualität des verwendeten
Kodierers ab und zum anderen von der Komplexität des
Tonsignals und der Datenrate, mit der eine Audidatei umgewandelt
wird. Zuletzt entscheidet die heimische Anlage, der Verstärker,
die Boxen und die verwendeten Kabel sowie das eigene Gehör
über die Qualität.
Das
Mp3-Format erlaubt es, Musik mit verschiedenen Datenraten
zwischen 8 KBit/s und 320 KBit/s zu komprimieren. Der erzielten
Qualitätsunterschiede sind sehr subjektiver Natur,
die meisten Menschen können aber bereits ab einer Bitrate
von 160 KBit/s und dem Einsatz eines hoch entwickelten Encodierers
auch bei konzentriertem Zuhören keine Unterschiede
zwischen Original- und Mp3-Datei mehr feststellen. Mit einer
Datenrate von 192 KBit/s erreicht man also eine mehr als
ausreichende Qualität.
Außerdem
kann bei der Kodierung zwischen einer konstanten Datenrate
und einer schwankenden Datenrate gewählt werden. Kodiert
man ein Musikstück mit konstanter Datenraten kann es
an sehr schwierigen, komplexen Stellen zu Qualitätseinbrüchen
kommen. Nutz man hingegen die schwankende Datenrate kann
man solche Qualitätseinbrüche fast gänzlich
vermeiden und spart bei ruhigen und ganz stillen Passagen
der Audiodatei an Datenraten und somit an notwendigem Speicherplatz
für die fertige Datei. Man gibt einfach die gewünschte
Qualitätsstufe vor und erhält im Endergebnis die
minimal notwendige Datei.
In der
Zwischenzeit wurden viele weitere Komprimierungsverfahren
(FLAC, OGG, AAC) entwickelt, die zum Teil zu einer besseren
Qualität bei kleineren Dateien führen. Die wenigsten
Kompatibilitätsprobleme im Zusammenspiel mit den verschiedensten
Mp3-Playern und Programmen zum Abspielen von Musik bietet
aber bisher das Mp3-Format.
Denn
auch die Ingenieure des Frauenhofer-Institutets haben an
einer Weiterentwicklung des ursprünglichen Mp3-Formates
gearbeitet. Nun schickt sich Mp3-Surround an, erneut eine
kleine Revolution in der Welt der Musikspeicherung und Wiedergabe
auszulösen.
In den
heimischen Wohnzimmern hat der voluminöse Mehrkanalton
bereits seinen festen Platz gefunden. Die meisten Video-DVDs
sind mit dem entsprechenden Standard Dolby-Digital-5.1 versehen.
Aber Surround-Klang ist nicht immer gleich. In seiner Geschichte
hat er bereits mehrere Evolutionsstufen durchschritten.
Begonnen hat alles mit dem analogen Dolby Surround, es folgten
Dolby Digital AC3 und DTS, die für eine deutliche Qualitätssteigerung
sorgten. Für private Anwendungen ist eine solche Software
aber unerschwinglich. Somit werden sich alle Video und Sound
begeisterten Computernutzer über die Software des Fraunhofer
Institutes (-MP3 Surround Decoder und Encoder) freuen. Denn
mit MP3 Surround ist es den Entwicklern nun gelungen, entsprechenden
Raumklang höchst wirkungsvoll zu komprimieren, dabei
arbeitet das neue Format genauso wie das bereits bekannte
MP3-Komprimierungsverfahren. Technisch ist hier allerdings
ein etwas höherer Aufwand erforderlich.
Die
verschiedenen Kanäle, die für den räumlichen
Klang sorgen und in der Originaldatei noch vorliegen, müssen
zunächst in ein verwertbares Stereoformat heruntergerechnet
werden. Dieses wird dann von einem konventionellen MP3-Encoder
in das Stereo-MP3-Format konvertiert. Parallel dazu werden
die Informationen, die für den räumlichen Klang
zuständig sind, wie Laufzeitunterschiede der Audiosignale,
unterschiedliche Lautstärke und Variationen in den
Klangbildern analysiert und in einem gesonderten Bereich,
dem Ancillary Data-Datenfeld des MP3-Bitstroms,
gespeichert. Beim Abspielen der Datei erkennt der MP3-Surround-Decoder
dann automatisch die zusätzlichen Informationen und
gibt das ganze Spektrum des Multikanaltons wieder.
Wichtig
ist festzuhalten, dass man mit Mp3 Surround qualitativ hochwertigen
Multikanalton für eine Vielzahl von Anwendungen erreicht.
Der Anwendungsbereich reicht von Musikdownloads über
Multimediaanwendungen und Spielen bis hin zum Heimkino oder
der Wiedergabe auf anderen Geräten, wie MP3-Playern
und Autoradios. Trotz der versprochenen hohen Qualität
belegen die MP3-Surround-Dateien nur die Hälfte des
Speicherplatzes, den Dateien anderer Surround-Formate in
Anspruch nehmen und nur 10% mehr Speicherkapazität
als herkömmliche Mp3-Dateien.
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