Chicago Blues:
Unter den am weitesten verbreiteten Stilrichtungen des
Blues ist in erster Linie der Chicago-Blues zu nennen. Vor allem in
kleinen Clubs anzutreffen, macht sich der Chicago-Blues die Eigenschaften
der E-Gitarre, der Mundharmonika, des Basses und des Schlagzeuges
zu Nutzen. Eher selten findet das Klavier Anwendung. Die Bezeichnung
Chicago-Blues rührt aus dem musikalischen Zentrum, welches sich
in den 30er und 40er Jahren in Chicago heraus bildete. In seinen Anfängen
klang der Chikago-Blues sehr elektrisch. Erst Ende der 50er Jahre
sorgten Künstler wie B. B. King durch eine völlig neue Spielart
der Gitarre, nämlich nur das Zupfen einer Saite, für eine
maßgebliche Änderung des Musikstils. Sinnbilder für
den Chicago-Blues sind vor allem Jimmy Reed, Buddy Gay, Moody Waters,
Hound Dog Taylor, Magic Sam und Jimmy Rogers.
Delta-Blues:
Der Delta-Blues schafft vor allem durch seine akustische
Spielweise eine klare Abgrenzung zum Chicago Blues. Eher an den Stil
der 20er und 30er Jahre angelehnt, wurde zunächst nur auf akustische
Gitarren zurückgegriffen. Der Texas-Blues fand vor allem in der
Nachkriegszeit eine hohe Anhängerschaft. Ebenso wie der Chicago-Blues
klang der Texas-Blues sehr elektrisch. B. B. King hatte auch hier
maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung dieses Musikstils.
Mit typischer Südstaatenmentalität schafft der Texas-Blues
eine entspannende und offene Atmosphäre und lehnt sich deutlich
an den Swing der 20er und 30er Jahre an. Der Memphis-Blues, dem B.
B. King vor allem zuzuordnen ist, hat sich von den 20er Jahren bis
hin zu den 50er Jahren standhaft gehalten. Vormals akustisch, wurde
dem Memphis-Blues erst am Anfang der 50er Jahre Strom zugeführt.
Seit dieser Zeit, sind eine stark verzerrte und kräftige E-Gitarre
sowie ein lautes und aggressives Schlagzeug wegweisend. Hinzu kommt,
dass vor allem bei dieser Stilrichtung sehr viel Wert auf die leidenschaftliche
und dramatische Übermittlung der Textinhalte geachtet wurde.
New Orleans-Blues:
Der New Orleans-Blues verzückt durch leichte, erfrischende
und durchaus belebende Rhythmen. Eigentlich ganz untypisch, feiert
der New Orleans-Blues zu ausgelassenen Klavierrhythmen.
Wie bereits eingangs erwähnt, unterliegt der Blues
einer Vielzahl von stilistischen Elementen, so dass eine eindeutige
Zuordnung zu einer bestimmten Musikrichtung nicht möglich ist.
Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass der Jazz die
stärkste Verbindung bzw. stärkste Anlehnung an den Blues
vorweisen kann. Wälzt man heute die Literatur beeinflusste der
Jazz den Blues aber gleichzeitig auch der Blues den Jazz. Am meisten
fällt auf, dass beispielsweise Rhythm and Blues, Soul und vor
allem der Boogie Woogie in vielen Stilrichtungen des Blues wieder
zu finden sind. Musik, die über einen derart ausdrucksstarken
Beat verfügt, ist eines der wegweisendsten Elemente des Blues.
Einen direkten Zusammenhang kann man allerdings zwischen Blues und
Rock'n Roll feststellen. Die Frage, welcher Musikstil jetzt der Erste
war, lässt sich ganz einfach mit dem Blues beantworten. Der Blues
hat praktisch die gesamte Rockmusik und deren Entwicklung begleitet.
Auch die Anlehnung an den afroamerikanischen Gospel lässt sich
nicht leugnen. Obwohl hier nicht die musikalische Richtung übernommen
wurde, stehen vielmehr die Inhalte des Gospelgesangs für den
Blues ein.
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