Musiktheorie - Erläuterung und Erörterung
Musik nur in die Kategorien Hören und Singen einzuteilen,
ist eine oberflächliche Betrachtungsweise. Musik ist
ein Element, bestehend aus harmonischen, rhythmischen und
melodischen Zusammenhängen. Erst wer diese Elemente
verinnerlicht und zu deuten weiß, kann sich voll und
ganz der Melodien hingeben.
Praktisch als künstlerische Äußerung unserer
Gesellschaft hat sich sowohl die Musik als auch die Musiktheorie
in den letzten Jahrhunderten grundlegend geändert.
Wie bereits im ersten Kapitel erwähnt, steht das heutige
Musikverständnis in keiner Relation zum Damaligen.
Die Musiktheorie befasst sich mit der Betrachtungsweise
und Erklärung der benötigten Elemente. Sie schafft
allgemeingültige Prinzipien, die trotz ihrer festen
Bestandteile einem ständigen Wechsel unterliegen.
Bereits in der Antike war das Musizieren eine gesellschaftliche
Kommunikationsform. In Einklang mit Kosmos und Individuum
- das waren die Maxime der Antike. Mit Musik ins Reine mit
sich selbst kommen, schon die Griechen verstanden ihr Werk.
Ihnen haben wir auch die Intervalllehre sowie die Entwicklung
des eigentlichen Tonysystems zu verdanken.
Die Grundlagen der Musiktheorie sind Töne, Klänge
und Geräusche. Um einen Ton erzeugen zu können,
bedarf es einem festen oder gasförmigen elastischen
Körper. Feste Körper in der Musik sind beispielsweise
das Fell der Trommeln, die Saiten von Gitarren oder Violinen,
während alle Blasinstrumente durch eine Luftsäule
einen gasförmigen Körper erzeugen.
Durch äußere Reize, wie zupfen, blasen oder schlagen
geraten diese Körper in eine sanfte Schwingung. Genau
an diesem Punkt beginnt die Unterscheidung zwischen Klang
und Geräusch. Regelmäßig-periodische Schwingungen
werden als Klänge bzw. Töne bezeichnet. Unregelmäßig-unperiodisch
entsteht lediglich ein banales Geräusch.
Klänge und Töne - sie werden in Höhen, Stärken
und Klangfarben ausgedrückt. Je mehr regelmäßige
Schwingungen erzeugt werden, umso höher ist die Tonhöhe,
folglich verfügen tiefe Töne über weit weniger
Schwingungen. Die Schwingungen werden in Hertz (Hz) gemessen,
wobei sich die Frequenz aus den gesamten Schwingungen pro
Sekunde zusammensetzt.
Was die Frequenz bei der Höhe, ist die Amplitude bei
der Tonstärke. Sie gibt Auskunft über die Weite
einer Schwingung. Ein starker Ton hat eine große Amplitude,
während ein schwacher Ton nur eine niedrige Amplitude
hat.
Ein Ton ist also ein Ergebnis einer Schwingung. Harmonische
und Melodische Töne kommen selten von einer einfachen
Sinusschwingung. Vielmehr besteht ein Ton bzw. Klang aus
mehreren regelmäßig-periodischen Schwingungen,
die gemeinsam ein Gefüge ergeben.
Die grundsätzliche Unterscheidung zwischen Ton und
Klang lässt sich in der hörbaren Summe der Töne
erklären. Ein Ton ist und bleibt ein einzelner Ton,
während ein Klang aus mehreren hörbaren Tönen
besteht. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird jedoch immer
nur von einem Ton bzw. von Tönen gesprochen.
Jedes Instrument und jeder Gesang erzeugt verschiedenartige
Töne, wodurch sich ein breites Klangspektrum herausgebildet
hat - die Grundlage einer Harmonie.
Jedes Instrument besticht durch seine Bauweise und dem
verwendeten Material. Nur hierdurch können verschiedene
Klangfarben erzeugt werden. Selbst Instrumente der gleichen
Baureihe unterscheiden sich bereits maßgeblich. Egal
wie hoch oder stark ein Ton gespielt wird, jedes Instrument
gibt ihn anders wieder.
Für die Harmonie ist ein gemeinsamer Bezugspunkt für
alle Instrumente nötig, ohne diesen würde eine
Harmonie gerade bei großen Orchestern nicht erfüllbar
sein. Bezugspunkt ist immer der Kammerton, der in etwa bei
440 Hz liegt.
Töne, Klänge und auch biedere Geräusche
sind in den schöpferischen und künstlerischen
Prozess der Musik gleichermaßen einbezogen. Mehrere
Töne aneinandergereiht ergibt eine Melodie, während
mehrere Stimmen eine Harmonie erzeugen.
Weitere wichtige Elemente der Musik und Musiktheorie sind
der Rhythmus, also die Tondauer, das Metrum, sprich das
Betonungsverhältnis sowie das Tempo als Zeitmaß.
Rhythmus ist ein Schlagwort, welches in Verbindung mit
der Musiktheorie immer wieder fällt. Eine ganzheitliche
Definition, ist auf Grund des weiteren Spektrums nicht ohne
weiteres möglich. Fest steht, dass der Rhythmus ein
fester und wichtiger Bestandteil lebendiger Musik ist. Wer
sich voller Enthusiasmus in den Musikunterricht begibt und
feststellt, dass die Rhythmik die ersten Kapitel der Lehrstunden
sind.
Sie schulen die Konzentration, die Feinmotorik und schaffen
ein hohes Maß auditiver Wahrnehmung. Der Rhythmus,
die Zeit einer jeden Tonfolge, wird mit dem Metrum vorgegeben.
In der Musik ist der Rhythmus in Takte eingeteilt, die wiederum
durch einen Taktstrich voneinander getrennt werden. Der
Rhythmus bezieht sich jedoch immer nur auf einen einzelnen
Takt, der die Abfolge von schnellen oder langsamen Noten
nach jedem Taktstrich variieren kann. Ein Blick zurück
in die deutsche Musikgeschichte zeigt, dass der Rhythmus
an sich wiederholendes Medium ist. Anders sieht es beispielsweise
bei den Asiaten oder Indern aus, die über ein kompliziertes
Taktgefüge und somit einen unregelmäßigen,
sich meist nicht wiederholen, Rhythmus verfügen.
Der Rhythmus wird mit verschiedenen Notenwerten und Pausenzeichen
kenntlich gemacht. Grundsätzlich kann zwischen einer
ganzen, halben, Viertel, Achtel, sechzehntel, zweiunddreißigstel
und einem vierundsechzigstel unterschieden werden. Die Gestaltung
der Notenköpfe, der Notenhälse und der Balken
machen den Rhythmus erkennbar. Ebenso wie jeden Noten ein
Wert zugeordnet werden kann, ist diesem eine Pause zugehörig.
Die Punktierung ist ebenfalls ein wichtiges Mittel, um den
Rhythmus maßgeblich zu beeinflussen. Wird ein Punkt
direkt hinter dem Notenkopf gesetzt, wird die Note um die
Hälfte ihres Wertes verlängert. Ausschlaggebend
ist auch die Überbindung, mit deren Hilfe einzelnen
Noten, sofern sie auf der rechten Notenhöhe stehen,
miteinander verbunden werden können. Im Ergebnis wird
auch hier der Ton verlängert.
Um Takt und Rhythmus definieren zu können, muss grundsätzlich
bekannt sein, dass ein Zweier- oder Dreiertakt verwendet
werden kann. Der Takt wird ebenfalls zu Beginn einer Notenzeile
festgelegt. In Form eines mathematischen Bruchs, beispielsweise
2/4 oder 3/4. Der sich der Takt, also der Rhythmus, innerhalb
eines Liedes in aller Regel nicht ändert, erfolgt die
Angaben lediglich in der ersten Notenzeile.
Ebenso wichtig ist die Harmonie. Sie setzt voraus, dass
gespielten Töne einen einheitlichen, eben harmonische,
Klang ergeben. Sie steht vielmehr als ein Zeichen der Ästhetik.
Ähnlich wie das Schönheitsideal, unterlag auch
die Harmonie in den verschiedenen Epochen starken Schwankungen.
Manch einer empfindet heute mittelalterliche Musik als Krach,
während sie damals einen Einklang zwischen Körper,
Geist und Seele schaffte.
Letztlich lebt jeder Musikstil durch seine verschiedenartigen
Rhythmen und Harmonien, obgleich dies der Grund für
die Ausprägung der mannigfaltigen Stile ist.
Die Melodie ist der Überbegriff für das ganzheitliche
Hören. Während die Harmonie nur den Klang zeitgleicher
Töne beschreibt, ist die Melodie ist das zeitliche
nacheinander einer Noten zusehen. Im Musikgeschäft
entscheidet diese über erfolgt und Misserfolg eines
Liedes. Eine Melodie, die leicht und eingängig ist,
wird viel leichter akzeptiert als schwere Stücke. Die
Melodie bricht mit dem Element Tonhöhe, der sich die
Melodie in jeder beliebigen Tonstufe wiedergeben lässt,
ohne Einbußen zu erfahren. Genauso wie Harmonie hat
sich auch die Betrachtungsweise der Melodie in den letzten
Jahrhunderten maßgeblich geändert.
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