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Musik von A-Z

 

 

 

 

Musik und ihre Geschichte/ Musik in den einzelnen Epochen

Es ist erstaunlich wie sehr sich die Musik in den ersten Jahrhunderten verändert hat. Nicht nur das Verständnis, sondern auch Instrumente, die Möglichkeiten und vor allem die Muse haben in den einzelnen Epochen eine gewisse Individualität erfahren und bis heute beibehalten.

Ganz zu Beginn steht die Mathematik. In ihren Ursprüngen ist die Musik mit einer Logik begründet. Gerade in der Antike spielten mathematische Formeln und Notenlehre direkt zusammen. Diesem Zeitalter haben wir heute unter Notensystem zu verdanken, wenngleich es sich schwer weiterentwickelt hat.
Bereits Pythagoras entdeckte, dass Schwingungen einen Ton erzeugen. Er machte sich zur Aufgabe, die Schwingungen in Intervalle zu unterteilen und stellte auf diese Weise fest, dass die Schwingungen in Proportion zueinander standen. In zahlreichen Experimenten stellte er fest, dass durch die Teilung einer Saite verschiedene Oktaven erzeugt werden konnten. Mathematisch mehr oder weniger widerlegt, hatte Musik in der Antike einen eher zweifelhaften Ruf. Gab es doch Tonhöhen und Tonfolgen, die das Gemüt erheiterten jedoch auf der anderen Seite auch Folgen, die auf die Seele drückten. Musik galt bis dato als ein unerklärliches Mysterium, was letztlich darauf zurückzuführen ist, dass sich die anhand der Musik ergebenden Stimmungsschwankungen nicht mathematisch darlegen ließen.

Mit der Zeit der Griechen änderte sich dessen für Verständnis erstmalig. Nicht mehr nur als mathematischer Bestandteil gesehen, wurde Musik vielmehr mit Kunst und Kultur gleichgesetzt. Sprechgesänge und der Aulo rückten in den Vordergrund. Der Aulo ist ein Instrument, das mit der heutigen Oboe gleichzusetzen ist. Sinn und Zweck dieses Blassinstrumentes war die Nachahmungen menschlicher Stimmen.
Auch mit Einführung der Theaterspiele, wurde der Musik eine große Rolle beigemessen. Nicht mehr nur das Schauspiel an sich wurde bestaunt, vielmehr lag der Fokus auf der musikalischen Begleitung, die mehr als Untermalung zu verstehen war. Noch heute kann davon ausgegangen werden, dass das griechische Musikverständnis dem größten Einfluss auf die Entwicklung hatte.

Diese Denkweise prägte sich bis in die Zeit des Mittelalters. Unter religiösen Eindrücken entstand erstmals eine kirchliche beziehungsweise klösterliche Musikkultur. Hier hat der Gregorianergesang seinen Ursprung. Diese Stücke wurden zumeist von Mönchen vorgetragen, die sich in einer Gruppe von bis zu sieben Personen zusammenfanden. Dank der finanziellen Mitteln der Klöster und Kirchen dauerte es nicht lange, bis die ersten Gesangsschulen eröffneten. Zunächst für den Adel und die Oberschicht, sorgte die breite Zustimmung bald zu einem Umschwung.

Um das 11. Jahrhundert herum kristallisieren sich die Minnesänger heraus. Bekannte Lieder wurden nun mehr mit einer Thematik, meist gesellschaftskritisch, versehen. Rhythmus und Reim wurden vielmehr Bedeutung beigemessen. Wie soll es auch anders seinen, bereits zur damaligen Zeit wurde die Liebe als Hauptbestandteil des Minnegesangs aufgefasst. Auf diese Weise konnten unerfüllte Lieben, die meist auf Grund der Standesunterschiede ausblieben, zum Ausdruck gebracht werden. Diese Epoche hat unter anderem Walther von der Vogelweide oder Oswald von Wolkenstein hervorgebracht, die auch heute noch mit dem Minnegesang in einem Atemzug genannt werden. Eine klare Abgrenzung zwischen Kirchenmusik und Minnegesang gelangen durch die instrumentale Begleitung letzteren. Bis weit ins 15. Jahrhundert hinein, konnte der Minnegesang aufrecht gehalten werden. Allerdings wurde dieser seit dieser Zeit nicht wieder aufgegriffen und weiterentwickelt.

Im Wandel zur Renaissance wurden experimentell mehrere Stimmen hinzugefügt, um das Harmoniegefüge zu verbessern. Eigentlich nur ein Versuch, brachte diesen Neuerungen einen Umbruch im Musikverständnis. Melodie und Harmonie standen im Vordergrund.
Mit Beginn des 16. Jahrhunderts wurde Musik wieder als Kunst interpretiert. In diesem Zusammenhang fiel auf, dass weder Text noch Musik aus der mittelalterlichen Zeit in einem Gleichgewicht stehen. Im Vordergrund stand vielmehr die Vereinigungen von emotionalen Ausdruck und gehaltvollen Texten. Dieses Zeitalter wurde von der Monodie geprägt. Hierbei richtete sich der Rhythmus mehrere weniger stark nach der Aussprache sowie der Betonung, so dass zunächst eine neue Form des Sprechgesangs entstand. Mit den ästhetischen Vorstellungen dieser Zeit war dies auf Dauer nicht vereinbar, jedoch wurde Musik und Text gleichermaßen Bedeutung beigemessen. Ausdruckstärke ließ sich durch die gezielte Betonung einzelner Wörter beziehungsweise musikalische Floskeln erzielen, wobei besonders die dramatische Ausdrucksweise vorherrschte.

Im Jahre 1607 kann dann ein wesentlicher Vorsprung des Musikverständnisses. Die ersten Vorläufer der heutigen Oper machten sich bemerkbar. Komödien und Tragödien fanden den Weg auf die Bühne und behandelten das Thema Liebe. Das damalige Verständnis einer Oper bestand aus einer Theateraufführung, die mit Zwischenmusik eindrucksvoll interpretiert wurde. In direkter Verbindung mit dieser Herausbildung steht Cavalieri, praktisch der Vorreiter der heutigen Opernkomponisten, obgleich das breite Gefühlsspektrum nicht komplett durch die Musik erfasst wurde.

 

Erst Monteverdi schaffte mit seiner Oper Orfeu den entscheidenden Schritt, Musik und Theaterspiel ganzheitlich zu vereinen. Nicht nur das Geschehen wurde erfasst, vielmehr wurde auf die einzelnen Charaktere der Darsteller eingegangen. Ähnlich wie bei dem bekannten "Peter und der Wolf" wurden einzelne Instrumente beziehungsweise Instrumentengruppen den einzelnen Darstellern zugeordnet. Von Italien breitete sich diese enorme Neuerung schnell über die Kontinente aus, wobei jedes Land ihren eigenen Opernstil hatte, der zunächst jedoch immer noch stark an das italienische Vorbild angelehnt war. In Italien wurden zahlreiche Opernhäuser errichtet, Venedig verfügte in der Blütezeit sogar über acht Objekte.

Der Schein trügt, wenn man glaubt, dass die Oper das einzige Musikspektakel war. Kirchenmusik kristallisierte sich ebenfalls heraus. Nun weit mehr als nur gregorianische Gesänge, stellte Musik einen festen Bestandteil von Gottesdiensten dar. Einige Stücke wurden sogar exklusiv für Gottesdienste komponiert. Eine Vermischung von Oper und Kirchenmusik blieb dabei nicht aus, wodurch die ersten Oratorien entstanden - biblische Darstellungen mit Opern haften Stilelementen. Von 1630 bis circa 1730 wurden die Oratorien praktiziert und schaffen Werke wie Messias von Händel oder Bachs Johannes- und Matthäuspassion.

Im 17. Jahrhundert wurde Musik nicht mehr nur der Öffentlichkeit praktiziert. Hausmusik fand vor allem in der Oberschicht reichliche Anwendung. Musikalische Ausbildungen, in dieser Bereich des Vokalgesangs als auch ein instrumentaler Ausbildung, schaffen die Grundlage für ein weites Repertoire.

Bereits im 18. Jahrhundert haben sich verschiedene musikalische Gattungen ausgeprägt. Die Zeit des Barocks und damit auch die einfache musikalische Darbietung wurde durch viel präzisere und vielseitigere Spieltechniken abgelöst. Ab diesem Zeitpunkt bekamen Komponisten und Musiker gleichermaßen die Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln.
Es dauerte nicht lange, bis die Impulse ganz Europa erfasst hatten.
Italien gilt dabei noch immer als Vorreiter der Musikentwicklung. Mit der Maßgabe, über gut ausgestattete Musikschulen zu verfügen, trafen ansässige Lehrmeister und neugierige Schüler aufeinander. Diese streuten ihr Wissen nach Vollendung beziehungsweise nach Abschluss der Musikschulen in allen Landesteilen. Sie ging hinaus in die Welt verbreiteten ihr Wissen und schafft auf diese Weise neue Stile.

Im Wandel der Zeit haben sich nicht nur die mannigfaltigen Möglichkeiten der Musik geändert, sondern vielmehr auch die Instrumente. Einen besonderen Wandel Durchzug dabei die Geige. Vordergründig als Bekleidung zu Tanz wiederum gedacht, wurde sie erst Ende des 17. Jahrhunderts zu einem Soloinstrument umfunktioniert. Was bisher nur Blas- und Blechinstrumente vorbehalten war, galt nun auch für die Violine. Die Orgel, schon allein durch die Kirchenmusik empor gehoben, wurde als die Königin der Instrumente gefeiert. Orgelbauer spezialisierten sich auf die präzise Wiedergabe selbstständige Stimmen, um eine Erweiterung des Klangspektrums zur möglichen.

 

 

Die Gambe, der Vorreiter der Violine, erfuhr ebenfalls einen Entwicklungsschub. Zwar konnte man schon immer mehrstimmige Stücke auf diesem Instrument spielen, allerdings wurde auch hier das Klangspektrum erweitert. Ob Bass, Alt oder Tenor - mit der Erweiterung der Familie konnte nun auch anspruchsvolle und komplexer Musik gespielt werden.

An diesem Punkt kommen Bach, Händel ins Spiel. Zwar mit italienischem Vorbild, schafften die Werke dieser Musiker eine Kehrtwende. Händel revolutionierte England, Bach schaffe mannigfaltige Betrachtungsweisen in Deutschland.
Der Sprung zur Klassik war geschafft. Anders als in den Vorgängerjahren wurde Musik ernster. Die unbeschwingte Art, die Natürlichkeit und die Leichtigkeit, mit der die wieder interpretiert wurden, fallen in der Zeit der Klassik komplett weg. Der Kerngedanke der Klassik ist und bleibt die Aufklärung. Durch dieses Prinzip kann die Klassik einen sehr hohen gesellschaftlichen Stellenwert einnehmen.

Die typische Ausdrucksform der Sonate ist wegweisend für die Richtung der Klassik. Des Weiteren befasste sich die Musik nur noch ausgewählten Themen, so dass diese gänzlich auf dieses reduziert wurden. Durch die Einführung der Sonate war es den meisten Komponisten nun möglich, einfache Melodien mit komplexen Themen zu behandeln.
Für das musikalische Wirken, bekam das Klavier eine übergeordnete Rolle. Die damaligen Hammerklaviere, in keiner Weise mit den heutigen vergleichbar, schafften eine Grundlage, um die Musik in die Öffentlichkeit zutragen.

Joseph Haydn schafft einen Vorsprung, in dem er die einzelnen Komponenten, als Motiv und Thema, voneinander getrennt wurden. Die Inhalte konnten nun voneinander los gelöst mit verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden. Durch die thematische Aufarbeitung, fand die Sonate breiten Einklang in jeder Bevölkerungsschicht. Nach und nach wurde die barocke Musik ganz von der Sonate ersetzt.
Etwa zum gleichen Zeitpunkt rückte auch die Sinfonie im Vordergrund. Was die Sonate für Klavierstücke war, stellte die Sinfonie für die Orchestermusik dar. In ihrem ursprünglichen Sinn diente eine Sinfonie lediglich als Einführung in eine Oper oder als Bekleidung für ein Ballett. Schnell wurde eine Symbiose zwischen Sonate und Sinfonie erkannt. Die thematische Darstellung von Inhalten wurde nun mit instrumentaler Begleitung der vollständig.

Das breite Spektrum, welches hierbei entstanden ist, schaffte eine noch nie da gelesene Dynamik. Selbst komplexesten Themen konnten nun, verstärkt durch das Orchester, eindrucksvollsten Ausdruck gebracht werden.
Schnell war klar, welche unerschöpflichen Ressourcen innerhalb der Sinfonie steckten. Im Wandel der Zeit, ging das Verständnis weg von der massenüblichen Komposition hin zu einzigartigen und individuellen Werken.
Die Vorreiter der Klassik Haydn, Mozart und Bach konnten mit einer Vielzahl von Symphonien aufwarten. Haydn schaffte es auf immerhin 104 Werke, während Mozart 51 Sinfonien komponierte und Beethoven seine Bekannten 9. Trotz der Individualität bekam die Sinfonie einen einheitlichen Grundton. Das Thema wurde in vier Sätzen aufgegriffen und

 

 

durch die bekannten Tempobezeichnungen beziehungsweise Vortragsbezeichnungen individuellen verändert. Der dritte Teil, das Menuett, wurde schnell fallen gelassen, da die Komponisten in diesem reine Oberflächlichkeit sahen. Auch die noch heute prägende Grundform des Dreisatzes, war geboren.

Was früher Italien für die Oper, war Wien für die klassische Musik. Praktisch als Kulturmetropole schaffte die österreichische Stadt eine große Anziehung. Obgleich der Vergangenheit, schaffte auch die Klassik keinen Absprung von der italienischen Vergangenheit. Opern wurden weiterhin in italienischer Sprache geschrieben und aufgeführt und Wien wurde von italienischen Komponisten besiedelt.
Diese Symbiose brachte die vorgenannten Komponisten Haydn, Mozart und Beethoven vor. Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein, konzentrierte sich der epochale Stil auf Italien und Wien. Frankreich, Großbritannien oder Deutschland blieben weitestgehend unberührt.

Erst Beethovens widersprüchlichen Ansichten und Komposition schaffte die Regung im restlichen Europa. Während Italien weiter strikt seinen Bahnen folgte, Beethoven und seine Kontroversen bekannterweise nicht beachtete, gingen jedoch von der Entwicklung politische Einflüsse aus. In der Französischen Revolution bekam Musik eine völlig neue Bedeutung, sodass die französische Opernszene eine grundlegende Veränderung erfuhr. Komponisten wie Meyerbeer schafften ein ganzheitliches Verbindungsstück zwischen der französischen Gesellschaft und jedem einzelnen Individuum. Als politisches Sprachrohr wurden zahlreiche Themen aufgefasst.

England beispielsweise hat sich weitestgehend aus dem Opern geschehen zurückgehalten. Selbst Anfang des 19. Jahrhunderts herrschte noch Tradition. Die barocken Oratorien standen noch immer im Mittelpunkt des Musikgeschehens. Nicht aus diesem Grund gibt es praktisch keinen englischen Komponisten, der heute in den Geschichtsbüchern vorzufinden ist. Dennoch war der Zweig der Klassik nicht gänzlich unbeachtet. Es waren deutsche Komponisten, nämlich Abel und Bach, die das zeitgenössische Musikdenken in die englische Hauptstadt brachten. Nach und nach entwickelte sich auch hier eine Szene, die jedoch bei weitem nicht so ausgeprägt war wie in Italien oder Wien. Obgleich nun ein Bezug zur klassischen Musik hergestellt werden konnte, wurde sie nie in großem Maße zelebriert.

Mit der Geburt von Franz Schubert erfuhr auch die Klassik eine grundlegende Wende. Mit Beethoven als Vorbild, nahm Schubert Beethovens Werken als Vorbild. Ohne sie zu kopieren, aber dennoch dessen Stil einfließen zulassen, schaffte Schubert bereits in jungen Jahren ein außergewöhnliches Repertoire an Werken. Was bisher noch keinen gelangen, wurde durch Schubert realisiert. Seine außergewöhnliche Begabung brachte Werke hervor, die sowohl melodisch als thematisch viel dimensionaler von einem Orchester wiedergegeben werden konnten. Des Weiteren schaffte Schubert den Sprung von der Oper zum Lied, wobei diese später tatsächlich Anwendung fand. Der Wandel von Klassik in die neue Stilrichtung Romantik vollzog sich vor allem durch das Schaffen neuer Themenkomplexe. Freude, Liebe und Geselligkeit stand nunmehr nicht mehr im Vordergrund. Vielmehr wurden Attribute wie

 

 

Enttäuschung, Konsequenz und das gesellschaftliche Scheitern aufgegriffen - allesamt Sinnbilder der Romantik.

Durch Beethovens Einflüsse schlich sich der Wandel zwischen Klassik und Romantik praktisch unbemerkt in die Köpfe der Gesellschaft ein. Vorreiter für diesen Wandel ist nicht nur Schubert, sondern vielmehr Schumann, Chopin oder auch Mendelssohn Bartholdy. Erst um 1830 war der Wandel von Klassik in Romantik gänzlich vollzogen. Nach dem Tod Schubert war Schumann der neue Wegbereiter und schaffte mit Poesie eine völlig neue Denkweise in der Gesellschaft.
Die Einflüsse Beethovens, seine Sinfonie mit seine Kontroversen ließen jedoch auch die Romantik nicht los.
Trotz einem umfangreichen Liedgut, komponierte Schumann bisweilen vier Sinfonien, die stark an Beethoven angelehnt war. Chopin schaffte einen weiteren Fortschritt. Das Klavier bekam nochmals eine neue Bedeutung. Ihm ist der Walzer zu verdanken, der bis heute einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert hat.

Der nächste epochaler Wandel vollzog sich Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit dem Ziel, eine Loslösung von Beethoven zu erreichen, sollten neue und individuelle Ausdrucksformen geschaffen werden. Brahms und Wagner kann hier als die Wegbereiter. Musik zollte nunmehr der philosophischen Weltanschauung dienen. Unter den Begriff Programmmusik bildeten sich zum einen die symphonischen Dichtung und zum anderen die Musikdramen heraus, und stellten keinen Vergleich zu traditionellen Oper dar.

Obgleich ihrer Beliebtheit, wurden der Oper völlig neue Betrachtungsweisen beigemessen. Nicht nur die thematischen und instrumentalen Zuordnungen von Personen standen im Vordergrund, vielmehr wurden noch Gegenstände und Gefühle mit einem Ausdruck belegt. Mit dem üblichen Rahmen, in den eine Oper gefasst war, konnte das neue Spektrum an Verständnis nicht vollends erfasst werden. Wagner sprengte den Rahmen in vollem Maße, erweiterte die Harmonie und schaffte ein völlig neues Bild seine Oper Tristan und Isolde machte zum ersten Mal im Jahre 1859 klar, welches Potenzial die ursprüngliche Oper eigentlich hat.
In Italien, der Hochburg der Oper, hingegen fand diese musikalische Entwicklung keinen Anklang. Ihren Stil treu bleibend, war Verdi der Höhepunkt der italienischen Opernszene.

In Frankreich hingegen vollzog sich eine immense Veränderung des Musikverständnisses. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sich hier der Impressionismus durch. Verstärkt durch die malerischen Ströme, beispielsweise Monet, wird ein völlig neues Musikverständnis geschaffen.
Mit dieser Epoche wurde der Weg für neue Musikrichtungen geprägt. Gesellschaftliche Forderung nach neuen Werken, weniger Harmonie und neuen aktuellen Themen wurden immer lauter. Wenn auch zu diesem Zeitpunkt noch völlig unklar, wurden Jazz und Pop schnell ein gesellschaftlicher Bestandteil.

 

Grundlegend kann die Sklaverei beziehungsweise der Sklavenhandel für die Entstehung des Jazz verantwortlich gemacht werden. Die vornehmlich aus Afrika verschleppten Sklaven kamen an einem Punkt zusammen. Die Vielfältigkeit der afrikanischen Musik, bedingt durch zahlreiche ethnische Völker, konzentrierte sich in den amerikanischen Lagern zu einem zentralen Punkt. Ohne die Grundstrukturen zu verlassen, entwickelte das zusammenwirken der verschiedenste Stile ein neues Musikverständnis. Mit den damals verfügbaren Blasinstrumenten vereinte sich der Stil amerikanische Kapellen mit afrikanischen Rhythmen. Weiterführung wird von Jazz zu Blues und schließlich zu Dixieland. New Orleans ist die Hauptstadt der Musikrichtungen und gilt auch heute noch als Sinnbild.

Es dauerte nicht lange und der kommerzielle Einfluss erfasst auch den Jazz. Der Vergrößerungen des instrumentalen Spektrums wurde der Swing geboren. In den 30er Jahren war der Swing eine gesellschaftliche Ausdrucksform, die dennoch von der Improvisation des Jazz geprägt war, sich jedoch durch die mehr Stimmigkeit des Orchesters klar abzeichnete. Die Bigband war geboren. Benny Goodman gilt als einer der Vorreiter und prägte die amerikanische Musikkultur maßgeblich. Schnell entwickelte sich der rein musikalische Aspekt und übertrug sich beispielsweise auf andere Stile. Swing etablierte sich als Tanzmusik, sodass die Popularität und der Kommerz ins Unermessliche stiegen. Leider schaffte der Swing mehr oder minder eine Einheitlichkeit, also wenig Abwechslung, sodass bald neue Forderungen ausgerufen wurden.

In den 40er Jahren wurde der Swing gänzlich abgelehnt. Vor allem diese zeitkritischen Aspekte sollten eindrucksvoll aufgegriffen und dargestellt werden. Der Bebop etablierte sich durch Musiker wie Parker oder Gillespie. Anders als Jazz wurde das Niveau stark steigert. Schnellere Musikabfolgen, umfangreichere Akkorde und eben die gesellschaftskritischen Themen schafften die Beliebtheit dieser Musikrichtung.

Auffällig ist die Kurzlebigkeit der Musik, die vor allem seit Beginn des 20. Jahrhunderts eingetreten ist. So wundert es auch nicht, dass bereits in den 50er Jahren eine neue Musikrichtung vorherrschte. Der Cool Jazz hat sich als Gegenbewegung zum Bebop herausgebildet. Melodien und Inhalte wurden nachvollziehbarer und auch die Improvisation stand wieder Vordergrund.
In den 60er Jahren fand Free Jazz Anklang. Erst jetzt entstand der Jazz, wer auch heute noch gerne gehört und gespielt wird. Es geht nun vielmehr darum, Musik vordergründig zu betrachten. Zwar sind die Inhalte noch immer ein wichtiges Thema, allerdings wurde mehr Offenheit gezeigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Musik sehr kritisch angesehen. Aus Angst, Gegenströmungen zu erzielen, fand die Massenkultur keinen Anklang. Alle musikalischen Stücke, die in irgendeiner Art und Weisen Kritik am gesellschaftlichen Sein ausübten, wurden abgelehnt. Aus diesem Grund hat sich Ende der 50er Jahre neben dem Jazz eine völlig neue Musikform etabliert. In erster Linie als Protest, wurde Rock'n'roll zu einer neuen Musikkultur. Vorreiter und noch immer ein Vorbild ist mit Sicherheit Elvis Presley. Seine

 

 

Ausdrucksstärke, wie er sie bei seinen Auftritten zu Tage brachte, zogen die Meisten förmlich an. Er gilt noch heute als Sinnbild des Rock'n'roll. Es ist erstaunlich, welche Macht Elvis Presley tatsächlich in den 50er Jahren hatte. Als klar wurde, des Rock'n'roll nicht einfach nur Musik ist, sondern ein Lebensgefühl darstellte, wurde er selbst für Film und Fernsehen engagiert. Doch nicht nur in Amerika hat sich einiges getan. In Europa zum Beispiel entwickelte sich in den 60er Jahren der Beat. Gerade in England machte diese Musik mit deutlichen Akzenten diese Begeisterung aus. Geburtsstätte ist England, wobei die Beatles als Vorreiter zu sehen sind.

Zur damaligen Zeit spielte es keine Rolle, welche Musikstile tatsächlich gespielt wurden. Es ging in erster Linie um das Lebensgefühl, welches durch Rock'n'roll, Beat oder zukünftig auch Pop ausgedrückt wird. Eine feste Struktur herrschte in den 50er und 60ger Jahren nicht vor. Viel mehr stand das Experimentieren mit verschiedenen Musikstilen im Vordergrund.
Pop machte sich in den 70er Jahren vor allem politische Themen zu Nutze. Nicht mehr nur Vergnügen sondern vor allem Protest standen im Vordergrund. Gerade Bob Dylan, der auch heute noch mit seinen Live Aid Konzerten in Mittelpunkt seht, gilt als Idol seit den Anfängen des Pops. Den Höhepunkt der Protestbewegung fand diese Musikrichtung in den 60er Jahren. 1969 fand das Woodstock Festival statt. Nicht nur das Miteinander, die Freude an der Musik sondern die politische Bewegung standen dahinter. Woodstock hat unsere heutige Kultur maßgeblich geprägt.

Bereits in den 60er und 70er Jahren wurden verschiedene Lebensweisheiten beziehungsweise Philosophien aufgegriffen, der Konsum von Drogen fand gerade in der Zeit von Woodstock Anwendung. Als unmittelbarer Nachfolger des Rock'n'roll und Beat fand der Rock schnellen seiner Kommerzialisierung. Die Rolling Stones., Chuck Berry, The Who oder Led Zeppelin nutzten die gängigen Mittel und veränderten diese durch harte Klangcharakteristik. Schlagzeuge, E-Gitarre und Keyboards waren die Hauptinstrumente. Der Protest kam jetzt noch mehr zum Ausdruck. Der wesentliche Unterschied zwischen Rock und Pop ist vor allem die Darstellung der Inhalte. Bei Popmusik schön eingepackt, wurde beim Rock kein Blatt mehr vor den Mund genommen. Jimmy Hendrik trug maßgeblich zur Beliebtheit des Rocks bei. Gerade in den 70er und 80er Jahren machte er durch seine E-Gitarre skandalträchtige Inhalte, die vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurden von Regierungen jedoch mit Besorgnis zur Kenntnis genommen wurden.


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