Die Instrumente des Blues
Das wohl wichtigste Instrument dieser Musikrichtung
ist die Gitarre. Während bis weit in die 20er Jahre hinein das
Banjo als Vorreiter galt, etablierte sich die Gitarre als heraus ragendes
Kennzeichen des Blues. Grundsätzlich kann zwischen akustischer
und E-Gitarre unterschieden werden. Große Blues-Bands nutzen
in aller Regel die akustische Gitarre, um sie als Gesangsbegleitung
einzusetzen. Die eher harten und verzerrten Töne der E-Gitarre
finden nur in kleinen und unabhängigen Bluesbands Anwendung.
Dicht gefolgt kommt die Mundharmonika. Sie ist ebenfalls ein wichtiges
Element im Rahmen des Blues und wird ebenso wie die Gitarre als Soloinstrument
dargestellt. Im Grunde haben Mundharmonika und Gitarre denselben Stellenwert.
Der wesentliche Vorteil einer Mundharmonika ist natürlich, dass
sie in jede Hosentasche passt. Faszinierend ist vor allem das Klangspektrum
der Mundharmonika. In aller Regel warme und weiche Töne produzierend,
schafft sie es allerdings auch zu verzerrten und elektrisch anmutenden
Tönen. In aller Regel wird die Mundharmonika beim Spielen in
zwei Händen gehalten, um so die typische Modifizierung des Blues
zu erreichen. Das eher verzerrte und blecherne Geräusch entsteht
dadurch, dass die Mundharmonika an ein Mikrophon gehalten wird.
Der ganze Trick besteht darin, ein billiges Mikrophon
auszuwählen. Je billiger und einfacher das Mikrophon ausgebaut
ist, umso besser können die verzerrten Töne umgesetzt werden.
In der heutigen Bluesszene hat das Klavier so gut wie keine Bedeutung
mehr. Zu Beginn dieser Musikrichtung wurde dem Klavier eine große
Bedeutung beigemessen. In einigen Bluesbands stand es sogar vor der
Gitarre. Das heute oft genutzte Schlagzeug wurde erst nach dem zweiten
Weltkrieg in den Blues integriert. Die heutige Bassgitarre hat in
den 40er Jahren den Kontrabass abgelöst. Er ist maßgeblich
an den tiefen und eintönigen Klängen des Blues beteiligt
und bildet sogleich die rhythmische Grundlage. Blasinstrumente finden
im Blues relativ wenig Anwendung. Ab und an eine Trompete, hier und
da eine Posaune, ein Saxophon oder auch mal eine Klarinette - alles
in allem sind sie hintergründig.
Aus inhaltlichen und thematischen Gesichtspunkten kann
der Blues als Vorreiter des heutigen Pops gesehen werden. Das Aufgreifen
gesellschaftskritischer und wirtschaftspolitischer Inhalte, die meist
einen deprimierenden Anschein vermittelten, wurde bereits durch den
Blues konkretisiert.
Kaum eine Musikrichtung verfügt über so viele
Grundtöne wie der Blues. Zu Anfang lassen sich sicherlich der
klassische Female-Blues, der Jump-Blues, der Country-Blues, der Piano-Blues,
der Britisch-Blues, der moderne elektrische Blues, der moderne akustische
Blues, der Rhythm and Blues sowie Soul nennen. Weiterhin prägten
sich innerhalb der vereinigten Staaten regionale Stile heraus. So
beispielsweise der Chicago-Blues, der Delta-Blues, der Texas-Blues,
der Memphis-Blues, der Westcoast-Blues, der New Orleans-Blues und
letztlich der Louisanna-Blues.
Der klassische Female-Blues hat seinen Namen nicht zu
Unrecht. In den Anfängen des Blues, in den 20er Jahren, waren
es vorwiegend Frauen, die als Interpretinnen auftraten. Erst Anfang
der 1930er Jahre kamen verstärkt Männer in das Geschehen.
Die klassischen Bluessängerinnen Ma Rainey, Bessie Smith, Amalie
Smith sowie Viktoria Spivey waren allesamt vom Jazz geprägt.
Gerade Ma Rainey, eine der ersten Blues-Künstlerinnen, schaffte
es Blues und Jazz zu vereinen. Auffällig war vor allem ihre kräftige
Stimme, so dass sie selten von einer Band begleitet wurde.
Der Jump-Blues ist im Grunde genommen eine wilde Kreuzung
verschiedener Musikstile. Die Big Band, Boogie Woogie und auch eine
kleine Prise Jazz spielen hier hinein. Jump-Blues zeichnet sich vor
allem durch seine Tanzbarkeit und seine Fähigkeit jede Party
im Gange zu halten aus. Anders als beispielsweise der Female-Blues
arbeiteten Musiker dieser Stilrichtung mit den althergebrachten Musikinstrumenten,
so dass zum Beispiel die neu eingeführte E-Gitarre gänzlich
fehlte. Wichtige Künstler sind vor allem Nappie Brown, Roy Brown,
Louis Jordan, Roy Milton, Big Joe Turner und Jimmy Witherspoon.
Der Country-Blues ist ebenfalls ein bunter Mix aus verschiedenen
regionalen Stilrichtungen. Ob Mississippi, Lousianna, Altanta oder
auch Chicago, allesamt spielten hier hinein. Im Grunde kann gesagt
werden, dass alle Blues-Richtungen, die sich die Gitarre als vorrangiges
Begleitinstrument zu Nutze gemacht haben, in den Bereich des Country-Blues
hineinfallen. Bedeutende Musiker sind vor allem Blind Blake, Skip
James oder auch Mississippi John Hurt.
Der Piano-Blues trägt seinen Namen aufgrund der
vorherrschenden Stellung des Klaviers. Weit bevor die Gitarre in den
20er Jahren eingeführt wurde, schaffte das Klavier die eigentliche
Grundlage dieser Stilrichtung. Der Piano-Blues fasst ebenfalls eine
bunte Stilmischung zusammen. Zum einen ist hier, die aus dem Jazz
bekannte, Rag Time vertreten und zum anderen sind wiederum Einflüsse
des Boogie Woogie, des Westcoast-Jazz sowie verschiedenen regionalen
Bluesstilen zu spüren. Bekannte Musiker sind Albert Ammons, Sunnyland
Slim, Ron Levy und Dave Alexander.
Der Britisch-Blues verdankt seinen Namen eigentlich
nur der Anlehnung an die Pop-Musik. Erst in den 50er und 60er Jahren,
in seiner Blütezeit, musste sich der Britisch-Blues seinen Weg
neben der Popmusik bahnen. Dennoch lassen sich auch direkte Verbindungen
zur Rock-Musik ziehen. Der Britisch-Blues hat unter anderem die Rolling
Stones in jungen Jahren, Garry Moore, Eric Clapton, Dustro Bennett,
Fleetwood Mac ebenfalls in jüngeren Jahren sowie The Animals
hervorgebracht.
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