Klassik
Kaum ein Musikstil ist so alt wie die klassische Musik.
Mit ihren Anfängen im Mittelalter, über die gregorianischen
Gesänge, Renaissance, dem Barock und schließlich bis in
die Neuzeit. Als Vorreiter der Klassik sind sicherlich Antonio Vivaldi,
Georg-Friedrich Händel, Ludwig van Beethoven, Johann-Sebastian-Bach,
Joseph Haydn oder auch Wolfgang-Amadeus-Mozart zu nennen. In den späteren
epochalen Stilen gesellten sich Franz Schubert, Felix Mendelsohn-Bartholdy,
Kar-Maria von Weber oder auch Frederic Chopin dazu. Im Zusammenhang
mit der klassischen Musik kommt immer der Begriff Sinfonie zum Tragen.
Im Grunde ist die Sinfonie ein Musikstück, welches für eine
große Anzahl von Instrumenten, sprich ausschließlich Orchestern
bestimmt war.
Um Schwung in die Musik zu bringen, bestehen Sinfonien
in der Regel aus vier Sätzen.
Der erste Satz dient zur Erheiterung des Stückes. Eher flott
und lebendig sind hier in erster Linie maskuline und feminine Melodien
zu unterzeichnen. Die maskulinen Melodien zeichnen sich durch eine
laute und kräftige Spielweise aus, während die femininen
Melodien sehr lyrisch anmutend sind und bisweilen sehr ruhig gespielt
werden.
Praktisch als Anheizer geht es gleich weiter zum zweiten Satz. Eher
langsam, sehr lyrisch und sehr gediegen hat der Hörer die Möglichkeit,
sich entspannt zurückzulehnen und die Komposition zu genießen.
Anders als im ersten Satz erfolgt hier kein Kampf der Geschlechter.
Feminine und maskuline Melodien werden hier nicht unterschieden, vielmehr
geht es darum einen ganzheitlichen Erholungsmoment zu erzielen.
Der dritte Satz einer Sinfonie ist immer das Menuett.
Zwar im Laufe der Geschichte drastisch reduziert, wenn gar komplett
weggelassen, ist der dritte Satz leicht und beschwingend. Besonderen
Spaß hatten die Komponisten sicherlich beim Finale. Anders als
der Rest der Sinfonie geht es hier nicht mehr darum, Emotionen auszudrücken,
sondern vielmehr darum, den Spaß an der Musik zum Ausdruck zu
bringen.
Ähnlich der Sinfonie ist auch die Sonate für
eine bestimmte Anzahl von Instrumenten geschrieben. Der wesentliche
Unterschied liegt hier allerdings darin, dass lediglich zwei bis drei
Instrumente involviert werden. In aller Regel wurden Sonaten in früheren
Jahren für das Solo-Klavier, für die Geige, die Querflöte,
Trompete, Klarinette und beispielsweise das Horn geschrieben. Hier
geht es nicht um den ganzheitlichen Klang des Orchesters. Vielmehr
wurden Sonaten geschrieben, um einzelnen Instrumenten die Möglichkeit
zu geben, ihr ganzes Klangspektrum kund zu tun. Im 16. und 17. Jahrhundert
war klassische Musik vor allem durch instrumentale Stücke geprägt.
Erst mit diesem Beginnen der Minnesänge wurde nicht nur die Melodie
sondern auch der Ton miteinander vereint. Etwa zur gleichen Zeit haben
sich die Oratorien herausgebildet. Oratorien sind religiöse Musikstücke,
die bisweilen von Mönchen bzw. einem Kirchenchor gesungen wurden.
In aller Regel wurden dabei biblische Geschichten vorgetragen. Als
Vorreiter kann Georg-Friedrich Händel genannt werden, der auch
heute in der Weihnachtszeit noch mit seinem Oratorium Messias verzaubert.
Hinzu kommt Johann-Sebastian Bach, der das Weihnachtsoratorium und
die Matthäus- und Johannes-Passion geschrieben hat.
Wesentliche Bestandteile der klassischen Musik und heutiges
Identifikationsmerkmal sein die Opern und Operetten. Zu Zeiten von
Bach, Mozart und Verdi wurde Musik zum ersten Mal mit Theater und
Gesang vereint. Die Oper zeichnet sich dadurch aus, dass es keinerlei
sprechende Parts gibt. Jede Emotion und jeder Inhalt wird mit Gesang
übermittelt. Und genau hier liegt der Unterschied zur Operette.
Vom Grundaufbau gleich, verfügt eine Operette auch über
Sprechgesang, d. h. Dialoge zwischen den Darstellern oder Dialoge
von den Darstellern zum Publikum werden gesprochen. Heutzutage ist
praktisch eine Operette mit einem Musical gleichzusetzen.
Im Zuge der Entwicklung der klassischen Musik haben
sich auch Ballette heraus gebildet. Im Gegensatz zu Oper und Operette
setzen Ballette eine Geschichte lediglich durch Tanz und Musik um.
Klassische Ballettmusik war eine Herausforderung für die Komponisten,
da es darum ging, die Musik so zu schreiben, dass eine Identifikation
durch den Tanz möglich ist. Da der Tanz jedoch im Vordergrund
stand, wurde der Musik wenig Bedeutung beigemessen. Dementsprechend
haben sich auch die Komponisten nicht so viel Mühe gegeben, wie
bei einer Oper.
Die Kehrwende kam mit Peter Tschaikowski. Seine Ballette
wie Schwanensee, Dornröschen oder der Nussknacker revolutionierten
das Ballettgeschehen. Vom Grundaufbau ähnelt ein Ballett einer
Oper sehr. In einer Oper wird die Arie als besonderer emotionaler
Moment dargestellt. Als Auflockerung des Ganzen, wird eine Arie in
regelmäßigen Abständen eingebaut. Ebenso verhält
es sich bei einem Ballett. Hier rücken Solotänze in den
Vordergrund. Und genau das ist die Faszination an einem Ballett. Denn
die Aufführung wird tatsächlich nur durch die Solotänze
Ausdrucksstark und zu einem Höhepunkt. Durch den fehlenden Gesang
muss die Geschichte innerhalb einer Ballettaufführung expliziter
aufgeführt werden. Aus diesem Grund ist Ballettmusik wesentlich
direkter und detaillierter und ist mit einer Oper nicht gleichzusetzen.
Bei einer Oper sagt die Musik eine bestimmte Stimmung
aus, oder beschreibt eine bestimmte Szene. Im Ballett hingegen ist
fast jede Note mit einer Bewegung belegt. Das Orchester spielt bei
der klassischen Musik eine wesentliche Rolle. Als erstes ist hier
sicherlich das Klavier anzuführen, welches vor allem von Ludwig
van Beethoven, Johannes Brahms, Frederic Chopin oder auch von Sergej
Rachmaninow genutzt wurde. Während sich das Klavier bis in die
heutige Zeit durchsetzen konnte, hat das Cembalo seine Hochzeit in
dem Barock und in der Wiener Klassik gehabt. Im Gegensatz zu einem
Klavier, kann das Cembalo nicht mit sanften und wohlklingenden Tönen
gespielt werden. Vielmehr leicht das Klangspektrum von blechern bis
schrill. Vor allem Bach, Vivaldi und Händel haben sich im Zuge
ihrer Komposition das Cembalo zu Nutze gemacht. Im Zusammenspiel von
Klassik und kirchlicher Musik bzw. von religiösem Glauben hat
die Orgel in der Entwicklung der klassischen Musik maßgeblich
mitgewirkt. Wegbereitend ist hier Toccata und Fuge in D-Moll von Johann-Sebastian
Bach, wobei Georg-Friedrich Händel mit einem Orgelkonzert in
F-Dur ebenso in den Köpfen verankert ist. Das Spektrum an Saiteninstrumenten
ist wesentlich höher. Es reicht von der Violine über die
Bratsche vom Cello bis hin zum Kontrabass.
Schon immer wurde der Violine eine große Bedeutung
beigemessen. Egal ob großes oder kleines Orchester, die Violine
steht praktisch immer im Mittelpunkt und übernimmt in aller Regel
auch einen Solopart. Johann-Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven,
Johannes Brahms und Peter Tschaikowski haben die Violine vor allem
für sich entdeckt. Max Bruch, Felix Mendelsohn-Bartholdy und
Wolfgang Amadeus Mozart haben ebenfalls traumhafte und in Erinnerung
bleibende Violinenstücke geschrieben. Gerne zum Einsatz kommt
auch die Bratsche. Rein äußerlich auf dem ersten Blick
nicht von einer Violine zu unterscheiden, ist sie bei genauerer Betrachtungsweise
wesentlich größer. Ihr Klangspektrum ist eher rauchiger
und nicht so lebendig wie das einer Violine. Georg-Philip Telemann
und auch Richard Strauß gehören zu den Vorreitern der Bratschenmusik.
Der Cello übernimmt durch seine tiefen Tonbereiche vor allem
die Charakterisierung von Vaterrollen, Teufeln, geistlichen und anderen
bösen Gestalten im Rahmen einer Oper. Joseph Haydn, Peter Tschaikowski
und Johannes Brahms sowie Richard Strauß haben vorwiegend dieses
Musikelement genutzt. Wesentlich ausdrucksstärker ist der Kontrabass,
der ebenfalls böse, anmutende Charaktere widerspiegelt. Vor allem
Franz Schubert, und Ludwig van Beethoven habe sich diesem Instrument
ausgiebig gewidmet. Die Harfe wurde vor allem im Zusammenhang mit
sopranen Stimmlagen genutzt, da sie diesen durch ihre doch recht lieblichen
und sanften Klänge optimal ergänzte. Gut gesinnte Hauptcharaktere,
so wie die gute Fee, oder etwaige Elfen wurden mit diesem Stil und
Musikelement belegt. Wolfgang-Amadeus Mozart, Gustav Mahler, Peter
Tschaikowski und Maurice Ravel haben dieses Musikinstrument genutzt.
Obgleich die Gitarre eine ebenso lange Geschichte aufweist, wie die
klassische Musik, wird sie in den Orchestern eher weniger benutzt.
Im Zuge des Minnegesanges und der daraus entstehenden Hausmusik fand
sie mehr Anwendung. Vor allem Antonio Vivaldi ist für die Nutzung
der Gitarre bekannt.
Bei den Blasinstrumenten ist die Querflöte ganz
vorne anzuführen. Komponisten wie Mozart, Vivaldi, Bach, Mendelsohn-Bartholdy
und Brahms haben zahlreiche Flötenstücke geschrieben. Im
Zusammenhang mit der Pikkoloflöte, der Oboe, dem englischen Horn
und der Klarinette sowie dem Fagott konnten zahlreiche Sinfonien aufgefrischt
werden. In diesem Zusammenhang kommt sicher der Gedanke an die Aufführung
Peter und Wolf, die eben explizit mit Blasinstrumenten gearbeitet
hat und mit ihrem Klangspektrum die verschiedenen Charaktere beschreibt.
Je höher ein Blasinstrument, um so eher wurde es einer liebreizenden
Rolle zugesprochen. Beispielsweise Fagott und Oboe sind aufgrund ihrer
tiefen Tonlage meist mit einer Charakterisierung von bösen Gegenparts
in Verbindung zu bringen.
In den Bereich der Blechbläser, die allerdings
im Laufe der Jahre einen großen Entwicklungssprung gemacht haben,
lässt sich des Weiteren einführen, welches von Mozart, Strauß,
Beethoven, Schumann, Brahms und auch von Tschaikowski vermehrt zum
Einsatz kam. Trompetenkonzerte sind vor allem auf Joseph Haydn zurückzuführen.
Aber auch Ludwig van Beethoven, Gustav Mahler und Richard Strauß
haben einige Stücke für dieses Instrument komponiert.
Die Schlaginstrumente der klassischen Musik sind bei
weitem nicht mit den heutigen vergleichbar. Moderne Schlagzeuge, wie
es sie heute gibt, waren in der Zusammensetzung nicht verfügbar.
Vielmehr wurde auf Pauken, insbesondere auf Kesselpauken, zurückgegriffen.
Kleine Trommeln, große Trommeln, das Becken und das Xylophon
sind weitere wichtige Schlaginstrumente der klassischen Musik. Als
Highlight ist die Triangel anzusehen, die durch ihren lieblichen und
feinen hohen Klang eine Auflockerung des Musikstückes und zugleich
einen Kontrast zu den anderen Musikstücken darstellte.
Zwar auch ein Orchester, aber wesentlich minimiert,
so zeigt sich die Kammermusik. In ihren Ursprüngen war sie eigentlich
für die Vorführung auf königlichen Anwesen gedacht.
Während ein Orchester die Kraft aufweist ganze Konzertsäle
mit Sound zu versorgen, ist das Spektrum der Kammermusik bei weitem
nicht so hoch. Kammermusik ist entweder als Duo, Trio, Quartett, Quintett
und in seltensten Fällen auch als Sextett anzutreffen. Durch
die relativ kleinen Gruppen, wird kein Dirigent benötigt. Einige
Beispiele für Kammermusik ist z. B. die Bläserserenate in
C-Moll von Wolfgang-Amadeus Mozart, das Streichquartett im C-Dur von
Ludwig van Beethoven, das Quintett in A-Dur (Forellenquintett) von
Franz Schubert oder auch das Oktett in S-Dur von Felix Mendelsohn-Bartholdy.
In diesem Zusammenhang muss gesagt werden, dass es sich bei dem Oktett
um eine wahre Rarität handelt. Zum einen schrieb Mendelsohn-Bartholdy
das Stück in einem Alter von 16 Jahren und zum anderen ist eine
Kammermusikgruppe in dieser Größe eher selten.
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