Musicals
Musicals vereinen das, was schon in früherer Zeit
mit dem Theater miteinander verbunden wurde - Spiel, Gesang, und Tanz.
Früher als ein Ganzes gesehen, erfolgte die strikte Trennung
nach Schauspiel und Musiktheater erst weit später. Als Vorreiter
in dieser musikalischen Richtung ist William Shakespeare zu nennen.
Bereits er versuchte in seinen Stücken alle drei Komponenten
eines Musicals eben Gesang, Tanz und Spiel miteinander zu verbinden.
Der verwundert daher nicht, dass viele Werke von Shakespeare noch
heute als Vorlage für verschiedene Musicals dienen.
Der Weg von der Oper zum zur Operette ist in die Musical
vollzog sich vollzog sich vor allem dem 19. und 20. Jahrhundert. Die
verschiedenen Einflüsse, wie auch die epochalen Stile maßgeblich
prägen, sorgten für die Entwicklung dieser Richtung. Jaques
Offenbach gilt als Begründer der Operette. Bereits in jungen
Jahren begann er, Operetten zu komponieren und revolutionierten damit
das aktuelle Musik geschehen. 1855 wurde seine erste Operette "Die
beiden Blinden" in Paris aufgeführt. Zwar nur aus einem
Akt bestehend, fand die Operette mit sehr viel Musik und Geschichte
guten Anklang. "Die beiden Blinden" handelt von zwei Straßenmusiker,
die vermeintlich blind sind um Almosen einzustreichen. Letztlich geraten
die beiden jedoch in ein Streit über die Aufteilung dieser. Knapp
drei Jahre später führte er "Orpheus in der Unterwelt"
auf. Erst jetzt wurde der Begriff der Operette richtig geprägt.
Sein letztes Werke war die Oper Hoffmanns Erzählungen, deren
Uraufführung er leider nicht mehr beiwohnen konnte. Nicht nur
in Deutschland fanden seine Operetten großen Anklang, sondern
dienten auch als Inspiration und Vorlage für Musikzentren wie
Wien oder London. Erst 1883 erreichte die Operette auch die Vereinigten
Staaten. Operetten wie "Die lustige Witwe" oder "Das
Pariser Leben" fanden in Amerika großen Anklang.
Die USA hat sich vor allem Anfang des 20. Jahrhunderts
selbst daran getan, mit Hilfe der Inspiration der bereits bestehenden
Operetten, eigene Werke zu verfassen. In erster Linie widmete man
sich zu dieser Zeit vor allem der Piraterie. Der Broadway ist auch
heute das Sinnbild für die Aufführung von Musicals. Schon
in früheren Jahren, wurden die zahlreichen am Broadway angesiedelten
Theater genutzt, um Operetten und auch Musicals aufzuführen.
Der Broadway gilt als Theaterzentrum der USA. Bereits
seit 1830 bedeutet der Broadway die Bretter der Welt. Heute ist der
Broadway vor allem eine Maßgabe über den Erfolg eines Stückes.
Je länger ein Stück gespielt wird und je höher die
Verkaufszahlen, umso erfolgreicher ist es. Er gilt als Vorreiter der
Musicals. Die melodische und leicht beschwingte Musik, die in ihrer
letzte Phase vor allem zur Tanzmusik etablierte, schaffte eine gute
Grundlage für zukünftige Aufführungen.
Zunächst kristallisierte sich Filmmusicals heraus.
Seit Einführung des Tonfilms haben sich über die Jahre hinweg
zahlreiche Stücke etabliert. Das schönste Filmmusical, das
kurz nach der Entwicklung des Tonfilms gedreht wurde war "Singing
in the Rain". Hinzukommen beispielsweise "Die drei von der
Tankstelle", "Der Kongress tanzt" oder "Viktor
und Victoria".
Erstaunlich ist auch, der sich Zeichentrickmusicals
ebenfalls in dieser Branche etablieren konnten. Am Beispiel von "Dschungel
Buch" oder dem "König der Löwen" wird ersichtlich,
des selbst Disney einen Vorsprung bei den Aufführungen schaffte.
Auslöser für das heute gesellschaftskritische
Wirken der Musicals ist vor allem der Schwarzen Freitag im Jahre 1929.
Mit Einbruch der New Yorker Börse und der damit verbundenen Weltwirtschaftskrise,
war zunächst Schluss mit lustig.
Im Ergebnis konnten sich die Besucher die doch recht kostspieligen
Besuche am Broadway nicht mehr leisten. Die Branche schien in Gefahr
zu sein. Das Kino wurde plötzlich zu einer guten Alternative
und schaffte eben das Sprungbrett für Filmsmusicals. Auf Grund
von finanziellen Nöten mussten zwischen den Jahren 1930 und 1940
mehr als 68 Theater schließen, von denen jedoch 24 zu Kinos
umgebaut wurden.
Die ungezwungene und fröhliche Art der Musicals
war angesichts der Weltwirtschaftskrise nicht mehr gefragt. Wer es
sich leisten konnte, vermied den Gang zum Broadway dennoch. Zu groß
war die Scham. Ende der 30er Jahren schien sich die Lage plötzlich
zu entspannen. Mit dem Aufgreifen von politischen und gesellschaftskritischen
Themen, gewann das Musical eine völlig neue Bedeutung..
Zu Anfang noch Spiegelbild des aktuellen Zeitgeschehens, setzte das
Musical nunmehr zwar auf kritische aber dennoch zeitlose Stücken.
Mit Satire und Ironie wurde selbst die Weltwirtschaftskrise überwunden.
Mit dem Krieg im Pearl Harbour erfolgte eine erneute
Wende im kulturellen Denken der US Amerikaner. Die vormals oft ausgeübten
Kritiken an den Repräsentanten der USA wurden plötzlich
eingestellt. Alles in allem wurden die einzelnen Elemente eines Musicals
aufgewertet.
Seit Pearl Haber waren Musicals wie "Annie get
your gun", "Kiss me Kate", "My fair Lady"
und die Westside-Story ganz oben auf den Hitlisten. Während "My
fair Lady" eher in die Richtung der Operetten einzuordnen war,
schaffte Lena Birnstein mit seinem Meisterwerk eine grandiose Abgrenzung
zwischen Operette und Musical. Im Gegensatz zu "My fair Lady"
ist die Westside-Story sehr an den Musikstil Jazz orientiert. Trotz
des herausragenden Erfolges von "My fair Lady" und Westside-Story"
befand sich das Musical im Umbruch. Bisher mehr oder minder von der
Schlagerindustrie eingenommen, schafften vor allen Dingen die Musikrichtungen
Jazz und Blues den Sprung auf den Broadway. Als jedoch ende der 50er
Jahren de Rock´n´Roll aufkam, hielt sich das Musiktheater
sehr im Hintergrund. In erster Linie ist dies darauf zurückzuführen,
dass der Rock`n`Roll eher eine Jugendbewegung und somit das breite
Spektrum an Besucher nicht ausreichend erfassen konnte. Viel zu groß
war die Angst, dass es gut zahlende, nämlich das ältere
Publikum, plötzlich ausblieb.
Genau zu diesem Zeitpunkt hat sich die Kluft zwischen
erwachsenem und jungendem Feld immens vertieft. Während die Jugend
vollends in den Rock´n´Roll flüchtete, bewegte sich
die ältere Generation vorwiegend in den Kreisen des Broadways.
Ein großes Problem war vor allem in den 50er Jahren zu verzeichnen.
Während Kinos, die Musik sowie Kunst und Kultur in eine große
Masse weiterentwickelt wurden, befand sich der Broadway im Stillstand.
Ohne die Fähigkeit, aktuelle und gesellschaftskritische Themenbereiche
aufzufassen und umzusetzen, blieb das Publikum zwangsläufig fern.
Aus der Schaffenskrise heraus bildeten sich mehrere neue Musicals
positiv heraus. Dazu zählen unter anderem "The Fantasticks",
"Hello Dolly", "Fiddler on the Roof", "Golden
Boy", "Man of Lamunaca" sowie "Chicago".
Das musikalische Spektrum reichte Kammermusik über
zeitlose Musik bis hin zur Folklore und Drama. Ernste Themen um die
Wirren des Lebens, unerfüllte Träume und zeitgenössische
Bilder waren ebenso wichtiger Bestandteil. Ab ca. 1962 setzte sich
eine Trendwende innerhalb des Broadways fort. Viel mehr standen jetzt
Comedy und Jazz auf dem Programm. 1968 kam dann endlich die Erlösung.
Mit dem Musical "Hair", welches am 29.April 1968 seine Premiere
feierte, kam endlich neuer Schwung in das Musiktheater. Musicals wie
"Godspell", "The Rocky Horror Show", "Grease",
"Jesus Christ Superstar", "die Schöne und das
Biest" sowie der "der kleine Hororladen".
Anfang der 70er Jahre wendete sich das Blatt jedoch
wieder gegen den Broadway. Da noch immer keine Schnittstelle zwischen
Musiktheater und Rock gefunden werden konnte, mangelte es nicht nur
an Komponisten sondern vor allem am Publikum. Am 18.01.1974 wurde
das Musical " A Corus Line" aufgeführt. Hierbei wird
vor allem das harte Business im Musiktheater dargestellt. Mit direktem
Einblick in das Mitiee, sollte das Publikum ermutigt werden wieder
in die Broadway-Theater zu gehen. Kultstatus erhielten die Musicals
allerdings erst mit der Aufführung von "Evita", "Starlight
Express", "Cats", "Le Misserable", "Miss
Saigone" und beispielsweise "Sunset Boulevard".
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