Opern und Operetten
Genau genommen ist die Oper lediglich ein Theaterstück.
Der wesentliche Unterschied liegt hier darin, dass die Darsteller
nicht sprechen sondern sich vielmehr dem Singen hergeben. Schon aus
diesem Grund ist es nicht einfach, Opern und Musicals voneinander
zu trennen. Es gibt zahlreiche Musicals, wie beispielsweise Evita,
die auch über die Grundzüge einer Oper verfügen.
Im Grunde fand die Oper im 17., 18. und 19. Jahrhundert
großen Anklang, um gesellschaftspolitische Themen aufzugreifen
und der Öffentlichkeit darzubieten. Erst im Laufe der Jahre entwickelte
sich die Oper jedoch zu dem was sie jetzt ist. Die Gesänge, die
Orchesterbekleidung, die Dramatik, die Tänze, die Kostüme
und die Bühnenbilder sind vorwiegend Errungenschaften des 20.
und eine 21. Jahrhunderts. Für viele sind Opern noch heute ein
Mysterium.
Von den rund 25.000 Opern die es gibt, finden sich rund 100 in regelmäßigen
Aufführungen wieder. Grund hierfür ist sicher ihre einzigartige
Ausdrucksform.
Beliebte Opern, die auch heute noch großen Anklang finden, behandeln
zumeist bewegende Themen, die auch in früherer Zeit Komponisten
wie Beethoven oder Verdi angesprochen haben. So hat Beethoven beispielsweise
in seiner Oper Fidelio seine Taubheit verarbeitet. Verdis Opern hingegen
kennzeichnen sich durch alltägliche Geschichten. Der normale
Mensch steht im Mittelpunkt und erlebt in seinen Opern außergewöhnliche
Situationen.
Eine gute Oper in verbindet Musik immer mit tiefem menschlichen
Gefühlen. Ob Angst, Frustrationen, Wut, Stolz, Lust, Neid aber
auch Liebe - all dies wird in den verschiedenartigen Opern verarbeitet.
Möglicherweise ist hieraus die jahrzehntelange, wenn nicht sogar
jahrhundertelange, Beliebtheit von Opern zu schließen. Die vorgenannten
Gefühle schaffen eine Identifikation mit der jeweiligen Person
und unter Umständen findet sich sogar der Besucher in einer derartigen
Situation wieder.
Wichtig ist, dass die Geschichte einer Oper spannend aufgebaut wird.
Opern, die ein Thema nur oberflächlich behandeln, sind nicht
von Erfolg gekrönt. Mit einem Einstieg einer Steigerung und einem
anschließenden Höhepunkt, kommt das Geschehen nach und
nach wieder zum Entspannen. Der Weg hin zum Höhepunkt ist das,
was eine gute Oper ausmacht.
Das Mitreißen der Massen - Opern schaffen Illusionen.
Gerade in der heutigen Zeit sind dank der außergewöhnlichen
Bühnenbilder, Kostüme und der Special Effects der Fantasie
keine Grenzen gesetzt.
Das Libretto ist die Grundlage einer jeden Oper. Es
ist kaum vorstellbar, dass das Libretto im Grunde nicht dicker als
eine Tageszeitung ist. Doch in der Regel ist es so, dass der gesungene
Satz einfach länger dauert als das Sprechen. Die Librettisten
sind im Grunde die Drehbuchschreiber. Wenn wir sagen, dass eine Oper
von Mozart geschrieben wurde, ist das nicht ganz richtig. Viel mehr
lieferten Mozart, Verdi oder auch Strauß lediglich die Musik.
Lorenzo da Ponte beispielsweise arbeitete mit Mozart zusammen und
verlieh seiner Musik ein eindrucksvolles Geschehen. Der bekannte Librettist
ist Hugo von Hofmannsthal, der sich an den Opern von Richard Strauss
zu schaffen macht. Das Libretto ist nicht nur das Drehbuch sondern
auch Anhaltspunkt für die Besucher.
Da viele Opern noch immer in italienischer Sprache aufgeführt
werden, ist es für Neulinge mitunter nicht einfach, den Inhalt
zu verstehen. Wird im Zuge der Aufführung beispielsweise eine
CD erworben, so enthält diese immer ein Libretto. Für den
Hörer heißt das, entspannt zurücklehnen, CD einlegen
und genüsslich im Libretto die Geschichte nachfolgend.
Die Faszination einer Oper geht sicherlich auch von
den Darstellern selbst aus. Es ist schon beachtlich, welche Leistung
diese erbringen müssen. Es geht nicht nur darum, ein Lied zu
singen, sondern vielmehr darum die Noten auswendig zu lernen, die
notwendigen Informationen anzuwenden und diese dann auch noch darstellergerecht
umzusetzen.
Eine Oper besteht in aller Regel aus zwei bis fünf
Akten, der Partitur. Zu Beginn steht immer das Rezitativ. Sie haben
in erster Linie die Aufgabe, eine Handlung in Schwung bringen. Meist
werden die Rezitative frei interpretiert, weisen vom Takt ab und auch
der übliche Reim wird hier nicht eingehalten.
Die Arie ist der eigentliche Sologesang im Rahmen einer Oper. Als
Hauptbestandteil der Oper werden über Arien das breite Spektrum
der Gefühle und Stimmungen dargelegt. Hierbei geht es weniger
um die Handlung sondern vielmehr und emotionalen Bilder, die durch
den Gesang zum Ausdruck gebracht werden. Eine Ariette hingegen ist
nur eine kleine Arie, meist weniger gehaltvoll und zur Überbrückung
einzelner Abschnitte.
Wie in der Musik üblich, gibt es auch bei der Oper
Duette. Die Arien zweier Darsteller, die sich entweder gegenseitig
ihre Gefühle offenbaren oder diese dem Publikum mitteilen. Nicht
selten treten zwei Darsteller gemeinsam auf die Bühne, verkörpern
jeweils einen anderen Charakter oder übermitteln ihre Gefühle
jedoch direkt ans Publikum.
Beliebte ist auch das Terzett. Hier nehmen maßgeblich drei Darsteller
teil. Auch hier muss ist nicht zwingend sein, dass alle drei Darsteller
miteinander reden. Möglich ist zum Beispiel das zwei Figuren
miteinander reden, während die Dritten als außenstehende
Personen ihre Gefühle darstellen.
036452 18955Quartette, Quintette oder Sextette sind in gängigen
Aufführungen relativ selten anzufinden. Ein wichtiges Element
zur Auflockerung jeder Oper ist der Chor. Im Zusammenhang mit dem
Orchester singen alle Darsteller, das meist auf gesellschaftskritische
Äußerungen hinausläuft.
Einblicken auf die Opernsänger zeigen meistens
üppige und doch recht geleibte Personen. Grundsätzlich heißt
es nicht, dass ein guter Opernsänger auch entsprechend dick sein
muss. Allerdings hängt das Stimmvolumen, das immerhin ein Orchester
übertünchen muss und dazu noch ohne Mikrofon auskommt, vom
Umfang des Körpers ab. Gerade ein weiter Brustkorb ist eine gute
Voraussetzung, und tief Luft zu holen und die Töne und Klänge
in voller Pracht wiederzugeben.
Grundsätzlich lassen sich Opernsänger nach ihrer Stimmlage
einordnen. Sopran, Mezzosopran, Alt, Tenor, Bariton und Bass sind
die sechs verschiedenen Grundstimmungen, die im menschlichen Spektrum
möglich sind. Das Sopran, Mezzosopran und Alt sind Stimmlagen,
die in aller Regel nur von Frauen und Kindern erzeugt werden können.
Bei Männern hingegen finden sich Tenor, Bariton und Bass wieder.
Opernsängerinnen, die in der Lage sind, die in
der Lage sind ihre soprane Stimmlage jederzeit auszunutzen, gelten
weltweit als die Besten und auch Beliebtesten Sängern. Nicht
nur, dass sie eine tragende Rolle innerhalb der Oper spielen, nein
sie ziehen das Publikum magisch an. Die Faszination, diese hohen Tonlage
ist es doch was die meisten Menschen in eine Oper treibt. Die Stimmlage
kann nochmals unterteilt werden. Unter Koloratursoprane versteht man
eine reine, leicht beschwingte und doch aktive Stimme. Sie ähnelt
dem Vogelsgesang oder viel mehr den Töne einer Flöte.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die lyrischen
Soprane. Diese Gruppe der Sopranistin ist wohl weltweit am meisten
anzutreffen. Im Gegensatz zu Koloratursoprane in scharfem lyrischen
Soprane ein wahres Klangerlebnis, ohne dabei etwa zu schrill oder
zu hoch zu wirken. Gerade Mozart Werke machen sich diese Stimmlage
zu Eigen.
Mezzosoprane sind zwischen den Stimmlage Sopran und
Alt angesiedelt. In aller Regel wird diese Stimmlage einem bösen
und gemeinen Charakter zugesprochen. Auch hier ist eine Unterscheidung
in dramatisches Sopran und lyrischen Sopran möglich. Die weibliche
Rolle bei einem dramatischen Sopran ist zumeist auf leichte Mädchen,
Zigeunerinnen oder andere böse Frauencharaktere aufgeteilt. Auf
der Bühne sind Mezzosoprane nicht nur stimmlich der Gegenpart
zu den Sopranen. Viel mehr werden diese Unterschiede auch in die Handlung
eingebaut, so dass sich in einen Mezzosopran ein Sopran direkt gegenüber
steht. Lyrische Soprane sind vor allem Männerrollen, so beispielsweise
im Rosenkavalier von Richard Strauss.
Die Stimmlage Alt gilt als die tiefste der Frauen. In
aller Regel kommt diese auf die Rolle von Müttern, Großmüttern
oder Gouvernanten.
Das Gegenstück dem weiblichen Sopran sind die männlichen
Tenöre. Sie erfahren die gleiche Unterteilung wie die soprane
Stimmlage in der Frauenwelt. Der Tenor ist eine Stimmlage die mit
dem Sopran gleichzusetzen ist. Baritone sind Sänger, die nicht
eindeutig in die Riege der Tenören oder der Bässe zuzuordnen
sind. Viel mehr sind sie eine Zwischenstimmlage, möglicherweise
die einfachste Lösung, um sie in einer Oper zu klassifizieren.
Auch die Stimme des Baritons wird nochmals unterteilt. Der lyrische
Bariton wird vor allem mit lustigem Hintergrund angewendet. Die Zauberflöte,
der Barbier von Sevilla oder auch Romeo und Julia verfügen über
derartige Stimmlage. Im Fall von Romeo und Julia ist es beispielsweise
Mercutio, der mit einem Bariton ausgestattet ist. In aller Regel sind
baritone Sänger immer die Spaßvögel und Witzbolde
innerhalb eines Stückes.
Der dramatische Bariton und ist selten in der Opernwelt
vorzufinden. Wer über eine derartige Stimmlage verfügt,
kann sich glücklich schätzen. In aller Regel werden dramatischen
Bariton verwendet, um böse Figuren wiederzugeben.
Bassbariton geht sehr in die Richtung der Bässe.
Sie zeichnen sich durch die Klangqualität eines Baritons aus,
verfügen jedoch über die Tiefe eines Basses. Mozarts Oper
Die Hochzeit des Figaro ist für einen Bassbariton wie auf den
Leib geschneidert.
Die tiefste Tonlage, diese der Welt der Opern gibt,
ist der Bass. Hauptsächlich werden mit diesen Vaterrollen oder
auch Rolle in von Geistlichen oder Teufeln dargestellt.
Als Begründer der Deutschen Oper gilt Christoph
Willibald Gluck. Die von Ihnen geschriebenen Opern schaffen meist
ein leichtes Verständnis. Ganz nach seiner Auffassung, sind seine
vermittelten Geschichten sehr einfach und direkt erzählt. Zu
seinen Werken zählen auch Orpheus und Eurydike, die mit einfachen
Melodien, klaren aber dennoch gefühlvollen Inhalten und einem
ständigen Feuerwerk verzaubern. Gluck zählt zu den berühmtesten
deutschen Opernkomponisten und ist zugleich, auch wenn es die Geschichte
kaum verrät, Vorbild von Mozart und Wagner.
Mozart schaffte es zu Lebzeiten auf immerhin 22 Opern,
wovon er 10 bereits im Jugendalter geschrieben hat. Mozart verfügte
über die einzigartige Kunst, zeitgemäße Themen aufzugreifen,
die Oper jedoch an sich völlig zeitlos zu gestalten. Dies ist
sicherlich der Grund warum Mozarts Werke auch heute noch oft und gern
gehört werden. Zu seinen besten Werken zählen die Hochzeit
des Figaro, eine sehr heitere und zeitgenössische, das heißt
zur damaligen Zeit, Oper, die sich mit Gesellschaft und Politik gleichermaßen
auseinander setzte.
Lorenzo der Ponte war Mozarts Librettist ohne diesen
wäre die musikalische Untermauerung sowie das eigentlichen Streben
Mozarts nicht in dem Maße dargestellt werden können. Gemeinsamen
schreiben die beiden die Hochzeit des Figaro.
Dennoch gilt die Zauberflöte als die wohl bekannteste und beliebtesten
Oper Mozarts. Erstaunlicherweise sehr offen und direkt erzählt,
ganz seinem Vorbild Gluck gemäß, erzählt die Zauberflöte
eine Geschichte über Gut und Böse, die Königin der
Nacht und die Erlösung durch die Tugendhaftigkeit. Leider war
die Zauberflöte auch das letzte Stück an dem Mozart arbeitete,
den kurz nach der Premiere verstarb er dem Alter von 35 Jahren.
Bisher ist es keinem anderen Komponisten gelungen, so eindrucksvolle
Werke zuschreiben und zu komponieren und dabei die stilistischen Mittel
Mozarts zu verwenden. Mozarts schaffte einen hohen Gehalt an Emotionen,
ohne dabei gefühlsduselig werden, jedoch mangelte es nie an Temperament,
Glanz und Anmut.
Im Schatten von Mozart versuchte Ludwig van Beethoven.
Schon sein allgemeiner Einfluss auf die klassische Musik lässt
ahnen, dass auch er die Opernwelt revolutionieren wird.
Beethovens Musik war wild, impulsiv und vor allem ungestüm. Diese
neue Richtung, fand sehr viel Anklang und die Besucher liebten es,
seine Musik mit dramaturgischen Darstellungen zusehen.
Fidelio ist das einzige Werk, welches Beethoven zu Tage gebracht hat.
Letztlich ist es nicht nur darauf zurückzuführen, das Beethoven
mit 31 ertaubt ist, sondern vielmehr darauf das er ganze elf Jahre
damit verbrachten des Werk zu komponieren, zu überarbeiten und
schließlich zu produzieren.
Karl Maria von Weber lebte zur gleichen Zeit wie Beethoven.
Im Gegensatz zu Beethoven machte sich Weber vor allem durch seine
Opern einen Namen. Noch heute gilt er als Vater der deutschen romantischen
Opern. Wie es sich für die Romantik gehört, stellte Weber
in erster Linie die Gefühle in den Vordergrund.
Die altbekannte Regeln und auch die Logik spielten hier keine Rolle
mehr. Romantische Opern sind vor allem von Leidenschaft und einer
außerordentlichen Portion Dramatik geprägt. Zu seinen bekanntesten
Werken zählt der Freischütz.
Für Kontroversen sorgte vor allem die Musik Richard
Wagners. Seine Person selbst galt zu Lebzeiten als arrogant, eifersüchtig,
sexistisch und antisemitisch. Seine Musik hingegen sprüht vor
Einfaltsreichtum und Innovation. Vielen Musikhistorikern ist bis heute
unklar, wie Wagner mit derartigen Charakterzügen so schöne
und überwältigende Opern schreiben konnte. Der fliegende
Holländer ist Wagners Meisterwerk.
Johann Strauß hat ebenfalls maßgeblich an
der Entwicklung der Oper in Deutschland beigetragen. Nicht nur der
Walzer entstammt seiner Feder, sondern immerhin 16 Operetten. Sein
Meisterstück ist und bleibt die Fledermaus - eine lustige, melodische
und durchaus spritzige Operette.
In Deutschland gibt es zahlreiche Opern, die sich auch
heute noch einer großen Beliebtheit erfreuen. Alle aufzuzählen,
wird an dieser Stelle sicherlich den Rahmen sprengen, daher erfolgt
nur die Beschränkung auf die wohl bedeutendsten und bekanntesten.
Aida ist eine Oper von Giuseppe Verdi. Im Jahre 1871
in Kairo uraufgeführt, schaffte sie eine tragische Geschichte.
In vier Akten aufgeführt, gilt Aida als das berühmteste
Werk Verdis
Glaubt man den Besucher- und Verkaufszahlen ist Aida heute noch die
meist gespielteste Oper. Opernfreunde im dürfte aufgefallen sein,
das Aida meistens nur ein an einem Standpunkt gespielt wird. Hintergrund
hierfür ist in erster Linie das imposante Bühnenbild, welches
nicht nur in der Herstellung sehr kostspielig war sondern auch auf
Grund seiner Größe unseres Umfanges schwer zu transportieren
ist. Aida handelt von einer Liebesbeziehung, einer alten ägyptischen
Dreiecksbeziehung. Ramades und die äthiopische Sklavin Aida.
Der König ist jedoch gegen das Zusammenspiel, so dass die Beziehung
von Anfang an unter keinem guten Stern steht. Zum einen ist die Tochter
des Königs im Ramades verliebt und zum anderen ist eine Beziehung
zu einer Sklavin strengstens verboten. Als Kompromiss schlägt
der König Ramades vor, gegen die Äthiopier in den Krieg
zu ziehen.
Wie anders wie nicht anders zu erwarten, werden die
äthiopische Gruppen von Aidas Vater angeführt. Aida selbst
ist hin und her gerissen, soll sie ihrer Liebe beipflichten oder ihrer
Pflicht als Tochter nachkommen. Nach erfolgreichem Sieg der kehrt
Ramades nach Ägypten zurück. Für seine geleisteten
Arbeit und seinen Sieg gegen die die Äthiopier, gewährt
ihm den König einen Wunsch. Zwar denkt Ramades diesen mit bedacht
ausgewählt zu haben, allerdings muss er schnell feststellen,
dass dem nicht so ist. Sein Wunsch, alle Gefangenen zu befreien, wird
zwar erfüllt, jedoch bleiben Aida und ihr Vater weiterhin in
Gefangenschaft. Ramades wird im Laufe der Geschichte wegen Verrat
verurteilt und lebendig begraben. Aida hingegen, die das Urteil mitverfolgt
hat, versteckt sich in der unterirdischen Grabkammer. In der Schlussszene
können die Besucher das Liebespaar vereint in der Grabkammer
sehen. Auch wenn sie kein langes Leben mehr vor sich haben, ist doch
ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung gegangen.
Diesem Zusammenhang ist die Zauberflöte von Mozart
nicht zu vergessen. Die 1791 in Wien aufgeführte Oper zählt
zu Mozarts Meisterwerken. Inhaltlich ist die Zauberflöte sehr
stark an die Freienmaurerkultur angelehnt. Es ist ein offenes Geheimnis,
des Mozart und sein Libretto beide diesem Bund angehörten.
Obgleich es dafür keine Beweise gibt, zeugen die
teils extravaganten Charaktere und die nicht zu deutenden Symbolen
eindeutig darauf hin. Die Handlung beginnt mit Prinz Tamino, der auf
der Flucht vor einer riesigen Schlange von drei Frauen gerettet wird.
Sie geben sich als die Dienerin der Königin der Nacht aus. Im
weiteren Verlauf erfährt Tamino nun, dass die Tochter der Königin
Pamina von einem Priester entführt wurde. Die Befreiung der Königstochter
kann nur durch das Bestehen verschiedener Prüfungen erfolgen.
Letztlich finden Tamino und Pamina zur letzten Prüfungen zusammen.
Schaffen sie es, zwei Höhlen zu beschreiten und auf der Zauberflöte
zu spielen, kommen sie frei und stehe nicht mehr unter Gefangenschaft.
Mit einem Happyend kann die Zauberflöte allemal aufwarten, denn
beide Charaktere schaffen die Prüfungen und finden letztendlich
zueinander.
Eine weitere bekannte Oper von Verdi ist La Traviata,
die 1853 in Venedig uraufgeführt wurde. Sie erscheint wie eine
moderne Version des Filmsklassikers Pretty Woman. Schon alleine aus
diesem Grund ist die Oper auch heute noch sehr beliebt. Im Grunde
handelt sie von einer Prostituierte, die ihren heiß geliebten
Mann aufgeben muss, letztlich jedoch an Tuberkulose stirbt. Laut Verdi
beruht die Geschichte auf einer wahren Begebenheit. Violetta, so heißt
die Prostituierte, lebte in Paris, feiert gerne bunte Feste und umgibt
sich mit den Schönen und Reichen. Schließlich trifft sie
auf Alfredo. Die Beziehung der beiden verläuft anfangs vorbildlich.
Ohne große Probleme leben beide gemütlich in einem Landhaus
und erfreuen sich ihrem Leben. Die Wende kommt erst mit dem Auftritt
von Alfredos Vater. Dieser kann sich mit dem Standesunterschied beider
Charaktere nicht zufrieden geben und verlangt von Violetta, dass sie
die Beziehung zu Alfredo beendet. Alfredo, mit der Situation völlig
überfordert, häuft Wut und Rachegelüste gegen Violetta
an. Auf einer der vielen Partys von Violetta erscheint nun auch Alfredo.
Gebeutelt von Eifersucht, schaffte er einen tiefen Schnitt in die
Beziehung. Als er anschließend den Raum verlässt, bricht
Violetta zusammen.
Zu ihrem Unglück ist ihre Krankheit schlimmer geworden und die
Ärzte prognostizieren nur noch ein kurzes Leben. Schon fast im
Sterben liegend, findet Alfredo erneut seinen Weg zu Violetta und
bittet sie um Verzeihung. Im letzten Akt überreicht Violetta
Alfredo ein Medaillon mit ihrem Bild, ermutigt ihn zu heiraten und
stirbt schließlich.
Richard Strauss schaffte es, mit dem Rosenkavalier eine
breite Masse zu begeistern. 1911 in Dresden uraufgeführt zeichnet
sich der Rosenkavalier vor allem seine romantischen Züge aus.
Im Gegensatz zu anderen Opern, ist der Rosenkavalier sehr beschwingt,
komisch und daher leicht verständlich. Auffällig ist hier,
dass die Rolle der Octavian von einer Frau gespielt wird. Um die soprane
Stimmlage halten zu können, wird der Hautcharakter in jungen
Jahren gezeigt und während der Aufführung von einer Frau
verkörpert.
Der fliegende Holländer von Richard Wagner wurde
1853 in Dresden uraufgeführt. Diese Oper scheint die Tragödie
unter den Tragödien zu sein. In dieser Oper trifft ein Seefahrer
namens Daland erstmals auf die fliegenden Holländer. An dieser
Stelle erfährt man, dass der Holländer verdammt ist für
immer und ewig über die Meere zufahren, er darf lediglich alle
sieben Jahre an Land gehen. Im Dialog zwischen den beiden wird schnell
klar, dass Daland eine Tochter hat, um dessen Hand der fliegende Holländer
mit all seinem Vermögen anhält. Senta, die Tochter des Seefahrers,
kennt die Geschichte um den fliegenden Holländer und findet Gefallen
an diesem Mann. Ohne von dem Gespräch ihres Vaters und dem Holländer
zu wissen, träumt sie heimlich davon, die Frau des fliegenden
Holländer zu werden. Umso größer ist die Freude, als
ihr Vater plötzlich mit dem Holländer nach Hause kommt.
Frisch verliebt, planen beide ihre Zukunft.
Eine Tragödie wäre keine Tragödie, wenn sich das Blatt
zu diesem Zeitpunkt nicht noch ändern würde. Als letztlich
zur Vermählung des Holländers um Senta kommen soll, buhlt
Sentas Verlobter Erik nochmals um ihre Gunst. Da er seine Geliebte
nicht verlieren möchte, setzte alles daran den Holländer
in Misstrauen zu versetzen. Im ersten Schritt gelingt ihm das auch,
denn der Holländer fühlt sich durch Senta verraten. Gedrungen
durch ihre unendliche Liebe zum Holländer, stürzt sich Senta
die Klippen hinunter in das Meer. Der Bahn, für immer und ewig
auf den Meeren unterwegs zu sein, ist in diesem Moment gebrochen.
In der Schlussszene sieht man, wie die Geister von Senta und dem Holländer
aus dem Meer empor steigen - glücklich vereint, bis in alle Ewigkeit.
Der Freischütz von Carl Maria von Weber wurde 1821
in Berlin uraufgeführt. Als erste deutsche romantische Oper,
verzückt der Freischütz in drei Akten mit einem Happyend.
Der erste Akt wird durch einen Schießwettbewerb eingeleitet.
Der sonst immer bestechende Schütze Max verliert diesem Wettbewerb
gegen einen Bauern. Aus Angst seine Geliebte Agathe zu verlieren,
forderte er seinen Freund Kaspar auf, ihm zu helfen. Schließlich
bietet Kaspar Max sein Gewehr an, mit dem er natürlich einen
glücklichen Schuss hat. Die Liebe zu Agathe scheint gerettet.
Zum Ende des ersten Aktes stellt sich heraus, dass Kaspar ein Helfer
des Teufels ist und somit in den nächsten zwei Akten nichts Gutes
zu erwarten ist. Im zweiten Akt ist Kaspar zu sehen. Es wird dargestellt,
dass Kaspar seine Erdenzeit verlängern möchte, indem er
Max den Teufel als Opfer bringt. Bei dem gemeinsamen Vorhaben, die
erfolgreichen Zauberkugeln für die nächsten Schießwettbewerb
zu gießen, erscheinen Max lauter bösen Vorahnungen. Er
sieht seine tote Mutter, er sieht wie Agathe von Klippen stürzt
und viele Geister. Doch alles doch all das scheint Max nicht von seinem
Vorhaben abzubringen. Den dritten Akt bildet der Schießwettbewerb.
Bereits sechs Kugeln verschossen, forderte der Fürst Max auf,
mit der letzten Kugel eine Taube zu schießen. Während Max
auf die Taube zielt, springt Agathe hinter einem Baum hervor und teilt
Max mit, dass sie die Taube ist. Vor lauter Verwunderung, kann Max
den Abzug nicht mehr zurückhalten und zielt auf die Taube. In
diesem Moment fällt Agathe zu Boden. Kaspar steigt von seinem
Baum herunter, von denen aus der das ganze Geschehen beobachtet hat.
Wie durch ein Wunder erwacht Agathe wieder. Erst auf den zweiten Blick
wird sichtbar, des Kaspar nun tot ist. Nach dem Max den Fürsten
über die Zauberkugeln aufgeklärt hat, soll dieser aus dem
Königsreich verbrannt werden, doch ein Eremit mit erscheint und
schlägt vor, der sich Max das nächste Jahr lang entschuldigen
muss und anschließend Agathe ehelichen darf. Da keiner diesem
Vorschlag widerspricht, steht dem Glück der beiden nichts im
Wege.
Im Folgenden werden die wichtigsten und bedeutendsten Opern noch
einmal kurz aufgeführt:
Aida Giuseppe Verdi 1871
Der Barbier von Sevilla Gioacchino Rossini 1816
La Bohéme Giacomo Puccini 1896
Carmen Georges Bizet 1875
Cosi fan tutte W. A. Mozart 1790
Don Giovanni W. A. Mozart 1787
Fidelio Ludwig v. Beethoven 1805
Figaros Hochzeit W. A. Mozart 1786
Die Fledermaus Johann Strauß 1874
Der fliegende Holländer Richard Wagner 1843
Othello Giuseppe Verdi 1887
Rigoletto Giuseppe Verdi 1851
Der Rosenkavalier Richard Strauss 1911
La Traviata Giuseppe Verdi 1853
Tristan und Isolde Richard Wagner 1865
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