Die Wirkung von Musik
Das Musik eine immense Wirkung auf das menschliche Sein
und Schaffen hat, ist längst nicht mehr unbekannt. Ob emotionale
oder körperliche Wirkung oder auch die Wirkung auf das Verhalten
und die Stimmungen können alle über Musik interpretiert
werden.
Die körperliche Wirkung, die Musik auf einen Menschen
ausübt ist auf die verschiedenen musikalischen Stilelemente zurückzuführen.
Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge, sind es lediglich Tempo
und Lautstärke, die eine direkte Reaktion hervorheben. Andere
Elemente wie beispielsweise Harmonie, Tonalität oder Klangfarbe
finden keine direkte Umsetzung.
Eine belebende und aktivierende Wirkung haben beispielsweise
hohe Lautstärken, schnelles Tempo bzw. schnelle Tempowechsel
sowie eine häufige Veränderung der Lautstärke.
Beruhigend hingegen wirken geringe Lautstärken, die mit einer
gleich bleibenden Tendenz wenig bis gar nicht verändert werden,
sowie ein langsames Tempo, welches keinem ständigen Tempowechsel
unterliegt. Hinzu kommt, dass ein hoher Komplexitätsgrad im Rahmen
der Musik ebenfalls eine belebende Wirkung aufweist. Wer sich entspannen
möchte, sollte daher auf Musikstücke mit weniger Komplexität
zurückgreifen.
Jeder kennt das Phänomen, beispielsweise in der
Disco oder in anderen öffentlichen Räumen, in denen laute
Musik gespielt wird, die Füße nicht stillhalten zu können.
Selbst nach dem härtesten Arbeitstag, wird der Adrenalinspiegel
noch einmal erhöht und die Aktivität erheblich gesteigert.
Beruhigende Lieder hingegen sind beispielsweise klassische Werke,
die vom Zuhörer keine großen Mühen beim Verständnis
erfordern.
Im Gegensatz zur körperlichen Wirkung kann die emotionale Wirkung
der Musik auf das jeweilige Individuum nicht medizinisch widerlegt
werden. Hauptsächlich liegt das daran, dass die emotionalen Empfindungen
eher subjektiv als objektiv zu betrachten sind. Die Schwellenwerte
sind bei der Vielzahl von emotionalen Komplexen so unterschiedlich
gesetzt, dass sich keine Vereinheitlichung erzielen lässt.
Bereits das epochale Zeitalter des Barocks hat mit den
verschiedenen emotionalen Wirkungen der Musik gearbeitet. Aus diesem
lässt sich beispielsweise auch die Unterscheidung in Dur und
Mol erklären. Dur-Tonarten wurden in aller Regel zur Erheiterung
der Massen genutzt. Alle Stücke, die in Dur geschrieben wurden,
erscheinen lustig, spritzig, frech aber dennoch ernsthaft. Mol-Tonarten
hingegen strahlen ein großes Maß an Ruhe und Zufriedenheit
aus aber auch negative Attribute wie Schmerz oder auch Verlust.
Die emotionale Wirkung, die vor allem bei Liebesliedern
erzielt wird, rührt meist nicht von der Tonart. In früheren
Zeiten wie auch heute, ist eine Identifikation mit dem Sänger
bzw. dem Besungenen möglich. Praktisch jeder befindet sich in
einer Situation, in der er frisch verliebt oder auch frisch getrennt
ist. Genau an diesem Punkt kommt das subjektive Betrachten zum Tragen.
Wer frisch verliebt ist, wird sich sicherlich an der Musik erheitern,
während frisch Getrennte oder auch Singles ständig an das
Alleinsein erinnert werden. Auf der anderen Seite können Liebeslieder,
die den Trennungsschmerz verarbeiten, betroffenen Personen selbst
bei der Bewältigung ihres Schmerzes helfen.
In Wiegenliedern, die wir alle aus unseren Kinderjahren
kennen, kommt ebenfalls eine hohe emotionale Bindung zugute. In erster
Linie ist dies darauf zurückzuführen, dass Wiegenlieder
immer im Dreivierteltakt geschrieben sind und dementsprechend langsam
vorgetragen werden. Wichtiger ist in diesem Zusammenhang vielleicht
noch die emotionale Bindung zu den Eltern.
Wenn auch nicht direkt wahrgenommen, so prägt das
Hören von Wiegeliedern bereits im Säuglingsalter. Durch
die einfachen melodischen Strukturen schaffen Wiegenlieder eine geringe
Komplexität und verinnerlichen sich so im Unterbewusstsein.
Subjektiv betrachtet können die verschiedensten
Reaktionen auf Musik auftreten. Dieses reicht vom Lachen, Weinen,
Gänsehaut, Gähnen oder auch Schwitzen. Selbst unangenehme
Gefühle, wie das eiskalte Herunterlaufen vom Rücken, den
Frosch im Hals, Herzklopfen oder auch Magendrücken sind nicht
selten.
Nicht zu verachten ist, dass die Grundstimmen der jeweiligen Person
ausschlaggebend für die Empfindung sind. Gut gelaunt lässt
sich sogar die düsterste Musik erheitern, während in Stresssituationen
oder Situationen, in denen Kummer und Schmerz verarbeitet werden müssen,
diese Wirkung verstärkt wird.
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