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Durch
die rasante Weiterentwicklung der Computertechnik und immer
schnelleren Internetverbindungen ist es seit einigen Jahren
möglich, Musik im Internet zu downloaden. Anstatt eine
CD zu kaufen, kann man sich das gewünschte Lied oder
Album gegen eine geringe Gebühr im Internet herunterladen
und spart so den Weg in den Musikladen. Für die Vermaktung
und kommerzielle Nutzung sind Online-Musikdienste zuständig,
die als Online-Stores fungieren.
Enstanden
sind die Online-Musikdienste als Reaktion auf virtuelle
Tauschbörsen im Internet, bei denen durch File-Sharing
tausende von Songs heruntergeladen und getauscht werden
konnten. Das wohl bekannsteste Peer-to-Peer-Netzwerk, das
den Tausch von Musik als erstes ermöglichte, ist das
Programm Napster. Es enstand 1998 in den USA und verbreitete
sich innerhalb kürzester Zeit rund um den Globus. Die
Benutzer konnten die gewünschte Musik aus dem Internet
kostenlos herunterladen, was zu einem starken Rückgang
der Verkaufszahlen von CDs führte. Einige Bands verklagten
daher im Jahr 2000 Napster und foderten ein Verbot für
kostenlose Tauschbörsen im Internet. Napster wurde
daraufhin in einen kostenpflichtigen Musikanbieter verwandelt,
was in der Anfangsphase sehr schwierig war, da sich viele
zunächst Plattenfirmen weigerten, die Lizenzen für
ihre Lieder weiterzugeben. Heute ist Napster einer der größten
Online-Musikdienste; für einen Song zahlt man ca. einen
Dollar. Trotzdem existieren weiterhin Tauschbörsen,
bei denen man illegal Musik downloaden kann. Diese Netzwerke
werden viel genutzt, auch wenn auf den Tausch, unrechtmäßigen
Besitz sowie den Verstoß gegen das Urheberrecht empflindliche
Strafen stehen. Um diese Strafen zu entgehen, wurden Programme
entwickelt, die die Anonymität ihrer User schützen
sollen . In Deutschland wurde mit groß angelegten
Razzien und konsequenter Überwachung von Servern, über
die Musik getauscht wurde, auf dieses Problem reagiert,
was zu einem deutlichen Rückgang von illegalen Downloads
führte.
Eine
gute Möglichkeit, die Geld- und Gefängsnisstrafen
zu umgehen und trotzdem Musik bequem und einfach downzuloaden,
sind die Online-Musicstores. Je nach Anbieter zahlt man
für einen Song zwischen einem und zwei Dollar und ist
für diejenigen besonders interessant, die ein Lied
von einem bestimmten Künstler haben möchten, aber
nicht gewillt sind, das komplette Album zu kaufen. Es besteht
auch die Möglichkeit, eine komplette CD zu erwerben,
jedoch dann empfiehlt sich ein Preisvergleich, denn häufig
sind die Online-Alben nicht günstiger als die CDs im
Laden. Der relativ hohe Preis für die Musik aus dem
Internet basiert auf den Kosten, die ein Online-Musikdienst
mit sich bringt; vor allem für die Lizenzen müssen
die Anbieter viel zahlen. Ein weiteres Problem der Online-Musicstores
ist das Dateinformat, in dem die Lieder zum Download angeboten
werden. Häufig können die Songs, die als WMA heruntergeladen
wurden, nicht in andere Formate verwandelt werden und lassen
sich nicht als MP3 abspielen.
Ein
interessanter Nebeneffekt der Tauschbörsen und Online-Musikdienste
ist die Zusammenarbeit von großen Labels (zum Beispiel
Sony und Bertelsmann) und den kleinen unbekannten Independent-Labels.
Bis vor wenigen Jahren war es undenkbar, mit dem jeweils
anderen zusammen zu arbeiten, doch im Internet kann der
User kaum zwischen den verschiedenen Labels unterscheiden,
was zu einer Annäherung dieser geführt hat. Die
Major-Labels versuchen inzwischen sogar teilweise, die kleinen
Labels nachzuahmen und so Nischenräume einzunehmen.
Viele
sind der Meinung, dass die Musikindustrie zu lange gebraucht
hat, um auf die Entwicklung von virtuellen Tauschbörsen
zu reagieren; heute gibt es jedoch ein großes Angebot
an Online-Musikdiensten.
Einer der ersten Anbieter in Deutschland war Musicload,
der von T-Online gegründet wurde und Nachfolger von
"Music on Demand" ist. Dort gibt es Songs für
1,19€ bis 1,59€.
Der zur Zeit wahrscheinlich erfolgreichste Online-Musikdienst
ist iTunes.
Von dem Compuerhersteller Apple entwickelt, ergänzt
sich iTunes hervorragend mit dem iPod, der sich als wahres
Modeobjekt entpuppt hat und schon millionfach über
den Tresen gewandert ist. Bei iTunes erhält man Songs
ab 99 Cent, und die zur Verfügung stehende Datenbank
ist quasi unüberschaubar.
Bei akuma.de
werden die Songs ausschließlich im MP3-Format
angeboten. Das Portal wurde erst 2006 gestartet, und man
zahlt dort für ein Lied zwischen 89 Cent und 1,09€.
Bei eMusic.com
wird dem User ein monatliches Abo angeboten, bei dem man
für 9,99 US-Dollar 40 Songs pro Monat downloaden kann.
Weitere bekannte Anbieter sind zum Beispiel Shoutcast,
mp3.de und
mp3.com,
one4music
sowie Real
Networks.
Gerade
in den letzten Jahren sind viele Online-Musikanbieter aus
dem Boden geschossen; viele von ihnen existieren inzwischen
aber schon nicht mehr. Denn obwohl es für viele Internetuser
sehr komfortabel ist, einen Song gegen eine geringe Gebühr
aus dem Internet herunterzuladen, ziehen es viele Menschen
immer noch vor, die "echte" CD im Geschäft
zu suchen und nach langem Stöbern zu finden, in den
Händen zu halten und dann zu Hause in den CD-Player
zu legen. Das kann auch eine unüberschaubare Musikbibliothek
auf dem Rechner nicht ersetzen
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